Das Studentenwerk in Brandenburg stellte die Vermittlung bereits ein, die Agentur für Arbeit fuhr ihre Aktivitäten in den vergangenen Jahren zurück. "Es steckt schon eine ganze Menge Aufwand dahinter, Anfragen und Details aufzunehmen, Touren zu planen, potenzielle Weihnachtsmänner zu briefen und zu beraten", sagte der Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Dennis Hoffmann. Darum beteilige sich längst nicht mehr jede Agentur für Arbeit im Land an der Vermittlung.

Aktiv dabei seien aber beispielsweise noch die Agenturen in Cottbus und Eberswalde. "Soll es etwas ganz Besonderes sein, vermittelt die ZAV-Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit auch professionelle Darsteller", sagte Hoffmann.

Obwohl jeder vermittelt werden könne, der sich als Weihnachtsmann zwischen 30 bis 50 Euro pro Besuch verdienen möchte, liege der Fokus der Agenturen ganz klar auf Arbeitslosen. Zudem lohne es sich auch für Leistungsempfänger. 165 Euro seien monatlich bei Empfängern von Arbeitslosengeld I anrechnungsfrei, 100 Euro bei Empfängern von Arbeitslosengeld II.

Doch der Nebenverdienst scheint immer weniger Kandidaten anzulocken. Über mangelnde Bewerberzahlen klagt Birgit Nickel vom Weihnachtsservice Berlin bereits seit Jahren. "Wir brauchen dringend mehr Interessenten", sagt die Potsdamer Eventmanagerin. Während die Vermittlung durch Nickels Service in Potsdam und dem südwestlichen Berlin noch gut laufe, könne sie Anfragen aus dem Norden nur selten bedienen. Obwohl die Bezahlung von bis zu 420 Euro bei 10 bis 14 Bescherungen recht gut ausfalle, sucht Nickel Menschen, die die Aufgabe nicht nur wegen des Geldes übernehmen.

Bis vor einigen Jahren war der Weihnachtsmann-Job auch noch ein lukrativer Nebenverdienst für Studenten. Doch die Zeiten scheinen sich auch dem Ende entgegenzuneigen, wie die Sprecherin des Studentenwerks Potsdam, Karin Zinke, bemerkt. "Wir haben 2014 die Vermittlung von Weihnachtsmännern eingestellt, da es zu wenige studentische Bewerber gab."

Auch in Sachsen ist die Nachfrage nach einem Besuch des Weihnachtsmannes ungebrochen. Manche Vermittler kommen bei den Anfragen kaum hinterher. Teilweise gingen Buchungen für Heiligabend schon im Juni ein.

Die Arbeitsagentur in Zwickau vermittelt Weihnachtsmänner bis nach Chemnitz und Plauen im Vogtland. "Aktuell haben wir 31 Bestellungen", berichtet Pressesprecherin Mirjam Sobe. Heiligabend vergangenen Jahres hätten die Weihnachtsmänner und -frauen, die über die Agentur gebucht werden konnten, 91 Familien Geschenke gebracht. Das Honorar betrage in der Regel mindestens 25 Euro. Auch bei Feiern in Betrieben, Kindergärten, Seniorenheimen und auf Weihnachtsmärkten seien die Weihnachtsmänner heiß begehrt.

"Zu den 37 Weihnachtsmännern, mit denen wir schon seit Jahren zusammenarbeiten, sind in den vergangenen Tagen drei Studenten und ein 18-jähriger Schüler hinzugekommen", sagt Sobe. Die Agentur hatte mit Annoncen und an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau für den Job geworben. "Schon seit Juni erhalten wir Anfragen für Weihnachtsmänner und Engel", erzählt Myriam Gammer von der Studentischen Arbeitsvermittlung in Dresden. In den vergangenen Jahren seien für Heiligabend in Dresden und Umgebung immer etwa 70 bis 80 Weihnachtsmänner und 10 bis 15 Engel vermittelt worden. Diese hätten am 24. Dezember je etwa sechs bis acht Familien beschert. "Da kommen bis zu 600 Familien zusammen."

Zudem gibt es in Dresden einen privaten Weihnachtsmannservice mit neun Weihnachtsmännern und einem Engel. "Wir erhalten jedes Jahr Hunderte Anfragen, von denen wir etwa 80 Prozent aus Kapazitätsgründen nicht bedienen können", sagt deren Chef Hendrik Scholz. In diesem Jahr sei die "Primetime" an Heiligabend - also die Zeit zwischen 15 Uhr und 19 Uhr - schon Mitte Oktober ausgebucht gewesen.

"Es wird nie genug Weihnachtsmänner geben, die Nachfrage steigt in jedem Jahr", so Scholz.