Von Regina Weiß

Was ist, wenn der Schal nicht in den Modefarben sonnengelb oder tomatenrot unterm Weihnachtsbaum liegt, sondern in blassem Grau so vor sich hin wellt? Oder wenn das neue Parfüm einen nicht mit den Kopfnoten von Rose und Jasmin umschmeichelt, sondern undefinierbar müffelt? Ein Mixer in Grün geht gar nicht bei der Küche im Landhausstil oder warum soll man plötzlich Biografien lesen, nur weil es der Weihnachtsmann so will oder möglicherweise der Wunschzettel so unleserlich verfasst war?

Also geht man nach den Feiertagen nicht nur den leeren Kühlschrank, Keller und Vorratskammer wieder auffüllen, sondern besorgt sich die gewünschten Weihnachtsgeschenke selbst. Umtauschen ist ja drin, mindestens 14 Tage nach dem Kauf, wenn nicht sogar einen ganzen Monat lang. Das war schon immer so ...

„Da sind die Kunden oft einem Irrtum aufgesessen“, sagt Sabine Breidel. Sie ist Pressesprecherin der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig und erklärt, dass Umtausch bei Nichtgefallen immer etwas mit der Kulanz des Geschäftes zu tun hat, wo die Ware gekauft worden ist. Die Rede ist jetzt vom Einzelhandel. Beim Online-Shoppen oder dem Kauf nach einem Telefongeschäft sieht es anders aus. Da habe der Kunde ein 14-tägiges Widerspruchsrecht.

Doch zurück zum Einzelhandel. Hier kann man den Gegenstand bevor man ihn kauft, genau in Augenschein nehmen. Ihn anfassen oder sogar ausprobieren. Wenn dann etwas gefalle oder eben auch nicht, habe das mit subjektiven Eindrücken zu tun. „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Umtausch“, erklärt die Verbraucherschützerin. Deshalb sei es gut, wenn man sich schon beim Kauf von Geschenken erkundigt, wie ein Umtausch im Fall des Falles im Geschäft von Müller, Meier oder Schulze gehandhabt wird. Das kann durchaus sehr variieren. Mal ist die Umtauschzeit befristet, oder ein Warengutschein kann als Alternative angeboten werden.

Anders ist es, wenn der Schal Fäden zieht oder vom Parfümflakon der Zerstäuber defekt ist. „Ein Mangel ist im Gegensatz zum Thema Gefallen immer etwas Objektives. Es ist zu sehen, dass etwas nicht funktioniert oder kaputt ist“, sagt Sabine Breidel. In dem Fall gibt es einen Rechtsanspruch auf den Umtausch. Hier greift die Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. Gut sei immer, wenn man sich den Kassenbon aufhebe oder mit Hilfe eines Zeugen beweisen könne, dass der Kauf in besagtem Geschäft stattgefunden hat.

Übrigens haben deutsche Verbraucher pro Kopf laut einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer von EY im Jahr 2018 durchschnittlich 282 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen. Im Vergleich zu den Umfragewerten aus den Vorjahren steigen die geplanten Ausgaben damit auf ein Rekordhoch. Mehr als ein Drittel der Befragten nahm sich zudem vor, die Geschenke bereits im November oder früher zu kaufen. Unter dem Weihnachtsbaum sollten sich auch im Jahr 2018 wieder in erster Linie die Klassiker wie Bücher, Geld (oder Gutscheine), Kleidung, Spielwaren und Süßigkeiten befinden.

 

Weiterführende Infos gibt es unter: www.verbraucherzentrale-sachsen.de oder www.test.de