Auf der Homepage der Stadt Senftenberg wird der Internet-Nutzer jetzt mit einem großen Foto des Senftenberger Sees begrüßt. Für Lebensqualität der Bürger und die Zukunft der Bergbauregion als neues Reiseland steht das Gewässer. Unter www.senftenberg.de wird mit einem überarbeiteten Design und einer übersichtlichen Gliederung der Bürgerservice verbessert. "Es geht vor allem darum, dass die Bürger unkomplizierter an städtische Informationen kommen", erklärt Hauptamtsleiter Stephan Weinhold.

Das gelingt beispielsweise über eine vereinfachte Menüführung. Sie hilft dem Bürger, Schüler oder Gewerbetreibenden, schneller an sein Ziel zu navigieren. "Besonders dabei ist, dass wir nun allen öffentlichen Schulen Senftenbergs und den Ortsteilen ihren eigenen Unterpunkt widmen", erläutert Anja Brack. Die städtische IT-Leiterin arbeitete mit ihren Kollegen seit Mai am Umbau des virtuellen Rathauses. Dieser sei notwendig gewesen, da sich immer mehr Bürger ihre Informationen online beschaffen. "Anhand von Statistiken können wir sehen, dass sich der Zugriff allein von 2009 auf 2010 vervierfacht hat", sagt Brack. So ist beispielweise der Menüpunkt "Veranstaltungen" auf der Senftenberg-Seite im letzten Jahr etwa 1,8 Millionen Mal geklickt worden.

"Ein weiteres Novum ist die Einbettung des Ratsinformationssystems in unsere Homepage", erklärt Senftenbergs Hauptamtsleiter Weihold. Nutzer können sich so unkomplizierter über die nächste Ortsbeiratssitzung informieren oder das aktuelle Amtsblatt herunterladen, ohne eine separate Internetseite aufrufen zu müssen.

Das sieht bei benachbarten Kommunen im Landkreis anders aus. Deutlich wird es an einem Beispiel zur Stadtverordnetenversammlung. Sucht der Nutzer auf der Internetseite Senftenbergs nach deren letzten Beschlüssen, so wird er nach zwei Klicks fündig. Auf der Homepage von Lauchhammer dauert diese Suche wesentlich länger. Nachdem auf www.lauchhammer.de der Unterpunkt "Stadtverordnetenversammlung" gefunden ist, wird der User auf ein externes "Bürgerinformationssystem" geleitet. Dort kann er sich, beschränkt durch längere Ladezeiten, zu den Bekanntmachungen klicken.

Wenig benutzerfreundlich ist auch das Internetangebot der Schwarzheider Verwaltung. Die linksbündige Menüführung ist optisch kaum ansprechend und es braucht einige Zeit, bis unter www.schwarzheide.de die "Beschlüsse StW" ausgemacht sind. Um die Serviceprobleme weiß man auch im Rathaus. "Wir erarbeiten momentan ein Konzept, um unsere Webseite übersichtlicher zu gestalten", erklärt Stadtsprecherin Ute Kolanowski. Das sei allerdings nicht einfach, da die Verwaltung personell nicht gut besetzt und auch kein extra Budget dafür vorgesehen sei.

Den traditionellen Weg ins Rathaus kann auch der Internetauftritt der Stadt Ortrand nicht ersparen. Zwar liefert www.stadt-ortrand.de amtliche Telefonnummern und Termine, aber der Bürger kann dort online keine Anträge finden. Etwas mehr Service bietet die Homepage der Gemeinde Schipkau. Unter www.gemeinde-schipkau.de können zusätzlich noch Satzungen und Formulare heruntergeladen werden.

Analog verhält es sich mit der Internetseite des Amtes in Ruhland: www.amt-ruhland.de. "Unsere knapp 8 000 Einwohner nutzen den Download bestimmter Anträge, wie zum Beispiel die Kindergartenanmeldung, besonders häufig", sagt Margit Kerstan. Sie kümmert sich neben der Öffentlichkeitsarbeit allein um die Pflege der Internetseite. Für diese möchte das Amt zwar keine zusätzlichen Gelder ausgeben, sie aber schrittweise benutzerfreundlicher machen, so Kersten.

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Zum Thema Die Stadt Senftenberg hat seit Ende Oktober einen neuen Internetauftritt. Vor allem die überarbeitete Menüführung auf der Startseite soll dem Nutzer eine schnellere Informationsbeschaffung ermöglichen. Für die neue Homepage wurden die Richtlinien zur barrierefreien Informationstechnik-Verordnung des Landes Brandenburg beachtet. So können sich zum Beispiel auch blinde Menschen die Inhalte von www.senftenberg.de mit spezieller Software wiedergeben lassen. Der Internetauftritt von Senftenberg ist im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden übersichtlicher und bürgerfreundlicher. Das hat seine Ursachen vor allem darin, sich die Stadt Senftenberg ihre Seite etwa 1 000 Euro im Monat kosten lässt. Außerdem pflegen vier Fachkräfte in der Verwaltung und externe Dienstleister die Senftenberger Internetseite.