"Online-Versicherungen eignen sich vor allem für diejenigen, die sich intensiv mit ihrer Situation und dem für sie nötigen Versicherungsschutz auseinandergesetzt haben", erläutert Holger Schmitt-Tanou vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. "Wer nach ehrlicher Selbsteinschätzung eher desinteressiert oder orientierungslos ist, sollte das persönliche Beratungsgespräch suchen."Eine erste Orientierung gibt die Unterscheidung von beratungsintensiven und vielfach bekannten Versicherungen. "Beim Thema Altersvorsorge raten wir beispielsweise dringend zum persönlichen Gespräch. Über die verschiedenen Kfz-Versicherungen informieren sich viele Versicherungsnehmer dagegen im Internet", lautet die Erfahrung des Experten. Ebenso wenig erklärungsbedürftig seien für viele Reise- oder Hausratversicherung."Auch bei den Risikolebensversicherungen spricht nichts gegen einen Online-Abschluss", sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die Angebote seien sich oft ähnlich und könnten allein über den Preis verglichen werden. Ganz anders liegt der Fall bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.Web hilft nicht bei FormularZur Beratung rät die Verbraucherschützerin zum Beispiel auch beim Thema Kapitalbildende Lebensversicherung. Auch beim Ausfüllen eines Schadenformulars stehen Online-Versicherte alleine da. Sie können telefonisch nachfragen. Doch wer die Bögen lieber von Angesicht zu Angesicht durchgeht, fährt mit dem herkömmlichen Vertrieb oft besser. Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig sieht einen klaren Vorteil der Online-Versicherungen darin, dass Kunden selbst bestimmen könnten, wann sie sich mit dem Thema beschäftigen - also auch spät abends oder sonntags.Wer vergleicht, sollte außerdem über die unterschiedlichen Beratungsmodelle Bescheid wissen: "Es gibt den Ausschließlichkeitsvertreter, der für eine einzige Versicherung arbeitet", erklärt Schmitt-Tanou. "Es gibt den Mehrfachagenten, der mit mehreren Anbietern zusammenarbeitet. Und es gibt Makler, die unabhängig von Versicherungsunternehmen Angebote vergleichen können."Online-Kunden schätzen vor allem den günstigeren Preis. Webangebote können zwischen 15 und 20 Prozent günstiger ausfallen. Der rechtliche Rahmen, das Versicherungsvertragsgesetz, gelte für alle gleichermaßen.Online-Rechner mit LückenDas heißt: Alle Kündigungsregeln oder Pflichten sind im Schadensfall einheitlich. Preise und Leistungsumfang variieren. Rudnik rät daher auch, nicht allein Web-Vergleiche zu durchforsten: "Viele Online-Rechner vergleichen lediglich die Beiträge und nicht die verschiedenen Bedingungen. Zudem führen sie längst nicht alle Versicherungsangebote."Einen vollständigeren Überblick böten unabhängige Organisationen wie die Stiftung Warentest. Heyer rät auch zu einem Blick ins Impressum. "So lässt sich feststellen, ob beispielsweise ein Vermittler oder Makler diese Seite betreibt. Ist das der Fall, werden im Vergleich sicherlich nur die Versicherer einbezogen, mit denen der Anbieter zusammenarbeitet."