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| 01:36 Uhr

Wasser als Lebensader

Lübben. Das Wasser wird mehr und mehr zur Lebensader des Spreewald-Tourismus. Die Arbeit am Masterplan Wassertourismus beginnt jetzt mit Sondierungen. Gleichzeitig wollen sich der Landkreis Dahme-Spreewald, der Tourismusverband und der Spreewaldverein sowie die Ämter Unterspreewald und Lieberose/Oberspreewald an einer Arbeitsgemeinschaft zur Entwicklung des Wassertourismus im Südosten Brandenburgs beteiligen. Von Jan Gloßmann

Wassertourismus hat in den vergangenen Wochen eine besondere Note erhalten. Pegelstände, strömende Flussarme und überflutete Wiesen und Felder waren im Fokus nicht nur von Behörden und Landwirten, sondern auch von Schaulustigen. In diesen Hochwassertagen schwärmen Beobachter beispielsweise davon, wie aus dem Überfallwehr in Märkisch Buchholz ein “schöner schäumender Wasserfall„ geworden ist.

Dieses Wehr ist aber auch eines der Hindernisse, wenn von Vorhaben für den Wassertourismus zwischen dem Unterspreewald, dem Schwielochsee, dem Oder-Spree-Kanal und dem Dahme-Umflutkanal die Rede ist. Auf dieser “Märkischen Umfahrt„ sollen sich künftig Boote bis 13 Meter Länge bewegen können, wenn alle Hindernisse beseitigt sind. Eine Studie hat ergeben, dass dafür 11,4 Millionen Euro nötig werden, um die Umfahrt zwischen Leibsch, Trebatsch, Beeskow, Fürstenwalde und Märkisch Buchholz schiffbar zu machen. Die Anrainer hoffen, im Gegenzug jährlich gut 1,3 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz erwirtschaften zu können. Dazu soll jetzt eine Arbeitsgemeinschaft (AG) aus Landkreisen, Kommunen, Vereinen und Verbänden gegründet werden, als “Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost„. Diese AG sei nötig zur Bündelung aller Interessen und Aufgaben. “Wenn jeder für sich nur punktuell arbeitet, dann wird das nie was„, sagt Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins in Lübben, einem der künftigen Mitglieder. Der Wassertourismus wächst insgesamt und sehr schnell, verharrt aber nördlich des Spreewaldes bei geringer Nachfrage. Grund sind trotz attraktiver Seen- und Kanallandschaft, so heißt es, “Infrastruktur- und Marketingdefizite„.

Land und Bund als die Eigentümer der weitgehend schiffbaren Gewässer nördlich des Spreewaldes haben sich zudem ausbedungen, nur einem Gesprächspartner gegenüber zu sitzen, wenn es um den Ausbau des Wassertourismus geht. Das soll die AG sein, die sich um den Ausbau der Infrastruktur, den Aufbau eines Leitsystems sowie die Vermarktung kümmern soll.

Dem Spreewald böte sich damit eine Ergänzung zum traditionellen, naturnahen Tourismus mit Kahn und Kanu, sagt Lutz Habermann. Speziell den Kanu-Liebhabern eröffnen sich neue Möglichkeiten zwischen Berlin und Spremberger Stausee. Für größere Boote, wie sie beispielsweise auf der Märkischen Umfahrt schippern sollen, bleibt der Spreewald aber tabu.

Zum Thema:
Der Masterplan für den Wassertourismus im Spreewald wird in Angriff genommen. Ein Berliner Büro ist mit der inhaltlichen Bearbeitung beauftragt worden. Laut Spreewaldverein wird es im Herbst für die Abschnitte Spremberg/Burg, Oberspreewald und Unterspreewald Workshops geben. Interessierte sollen sich beim Spreewaldverein in Lübben per Telefon 03546 8426 oder per e-Mail unter spreewaldverein@t-online.de melden.