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Was zum Einkauf in der Lausitz übrigbleibt

Cottbus/Dresden. (moe) Während der Handel beklagt, dass die Leute immer weniger einkaufen, zeichnen statistische Erhebungen ein anderes Bild. Die Industrie- und Handelskammern Cottbus und Dresden verweisen auf eine steigende Kaufkraft pro Einwohner und Jahr.

Und davon bleibt nach Abzug aller Kosten fürs Wohnen, Auto, Reisen und ähnliches, mehr übrig für den Konsum. Auch in der Lausitz (siehe Grafik).

Die Übersicht zeigt jedoch deutliche regionale Unterschiede. So haben die Einwohner in den Landkreisen Görlitz und Elbe-Elster deutlich weniger Einkaufsgeld in der Tasche als Einwohner im Berliner Speckgürtel, der Elbmetropole Dresden oder der Stadt Cottbus.

Allerdings gehen die Prognosen für 2017 von kräftigen Steigerungen aus. Die Zuwächse gegenüber 2016 liegen zwischen einem Plus von 80 Euro pro Kopf in Elbe-Elster und 121 Euro pro Kopf im Kreis Görlitz. Mit einer einzelhandelsrelevanten Kaufkraft von 6250 Euro pro Kopf im Jahr 2017 ist der Kreis Dahme-Spreewald Spitzenreiter und hat sogar die sächsische Landeshauptstadt überholt. Für Dresden erwarten die Forscher in diesem Jahr eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft von 6207 Euro pro Einwohner.

In Cottbus ist die Kennziffer von 5932 Euro pro Einwohner im Jahr 2015 auf 6035 Euro im Jahr 2016 gestiegen. Prognosen zufolge werden es in diesem Jahr pro Kopf 6130 Euro sein, die für Konsumausgaben zur Verfügung stehen.

Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist der Teil der allgemeinen Kaufkraft, der im Einzelhandel ausgegeben werden kann, nach Abzug von Ausgaben für Mieten, Hypothekenzinsen, Versicherung, Auto und Nahverkehr, für Reisen oder Dienstleistungen. Sie zeigt das Nachfragepotenzial einer Region für den stationären Einzelhandel und Versandhandel. Die allgemeine Kaufkraft umfasst die Summe der Nettoeinkünfte.

Die IHK Dresden erfasst alle vier Jahre Daten zur Situation des Einzelhandels im Freistaat und beleuchtet dabei auch, wofür die Sachsen ihr Einkaufsgeld ausgeben. Die letzten Erhebungen stammen aus dem Jahr 2015. Demnach stehen an erster Stelle Waren des kurzfristigen Bedarfs, vor allem Nahrungs- und Genussmittel, gefolgt von Drogerieartikeln. Drittgrößter Ausgabeposten ist Wäsche und Bekleidung, gefolgt von Baumarktsortiment, Unterhaltungselektronik und Computertechnik. Dann folgen Möbel, einschließlich Bad-, Garten- und Balkonmöbel.

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