Rentenversicherung. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt um 0,3 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen um insgesamt 1,3 Milliarden Euro entlastet werden.

Rente mit 67. Ab Januar wird das Renteneintrittsalter für alle 1947 oder später Geborenen stufenweise angehoben - von Jahrgang zu Jahrgang um zunächst einen Monat, sodass 1958 Geborene in der Regel mit 66 Jahren in Rente gehen werden. Danach steigt die Altersgrenze um zwei Monate pro Jahrgang, ab 1964 Geborene erreichen das Renteneintrittsalter erst ab 67. Wer ab Januar eine staatlich geförderte Riester- oder Rürup-Rente abschließt, darf sie sich erst mit 62 Jahren auszahlen lassen.

Familienpflegezeit. Arbeitnehmer können zur Pflege ihrer Angehörigen zwei Jahre lang halb arbeiten und dabei drei Viertel des Gehalts beziehen. Später müssen sie dann wieder voll arbeiten, bekommen aber zwei Jahre weiter drei Viertel des Gehalts. Für den Fall, dass der Arbeitnehmer den Lohnvorschuss nach der Pflegezeit wegen Berufsunfähigkeit oder Tod nicht zurückzahlen kann, soll eine Versicherung einspringen. Einen Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit gibt es aber nicht.

Kinderbetreuung. Eltern können die Kosten für die Betreuung ihrer Kinder bis 14 Jahre als Sonderausgaben geltend machen und damit Steuern sparen. Es entfällt der bislang verlangte Nachweis, ob die Betreuungskosten berufsbedingt sind oder nicht. Was bleibt, ist die Obergrenze: Eltern können zwei Drittel der Kosten von maximal 6000 Euro von der Steuer absetzen - also 4000 Euro pro Kind und Jahr.

Lebensversicherung. Die Versicherungen müssen ab Januar in neuen Verträgen ihren Garantiezins von 2,25 auf 1,75 Prozent reduzieren. Der Garantiezins ist die Summe, zu deren Auszahlung sich eine Versicherung für das Ende der Laufzeit verpflichtet. Dazu kommt die Überschussbeteiligung, die umso höher ist, je mehr Zinsen die Versicherung erwirtschaftet - doch die sinkt in der Finanzkrise auch. Alte Verträge laufen mit dem bei Abschluss gültigen Zinssatz weiter.

Schnelle Überweisungen. Banken und Sparkassen müssen Überweisungen am Automaten und übers Internet innerhalb eines Tages in der Europäischen Union ausführen. Bislang sind drei Tage die Obergrenze. Bei Überweisungen auf Papier sind noch zwei Geschäftstage erlaubt.

Energie. Die staatliche Förderung für neue Fotovoltaik-Anlagen sinkt um 15 Prozent. Die Strompreise werden weiter nach oben gehen - unter anderem, weil die Ökostrom-Zulage minimal steigt und Privathaushalte sowie große Betriebe zulasten von kleinen Firmen und Verbrauchern weniger für den Stromtransport zahlen müssen.

Der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters muss ab April binnen drei Wochen vonstatten gehen können. Von der 40-Watt-Glühbirne dürfen ab September nur noch Restbestände verkauft werden.

P-Konto. Einkommen, Kindergeld und Sozialleistungen sind ab Januar nur noch auf einem speziellen Konto vor einer Pfändung geschützt, dem P-Konto. Auf diesem behält die Bank jeden Monat automatisch einen Grundbetrag von derzeit 1028,89 Euro zurück. Die Institute sind verpflichtet, ein normales Girokonto binnen vier Tagen in ein P-Konto umzuwandeln.

Zahnersatz. Gesetzlich Versicherte müssen ab Januar für Kronen, Brücken und Prothesen mehr zuzahlen. Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für die Regelversorgung, alle anderen Behandlungen kann der Zahnarzt nach der neuen Gebührenordnung abrechnen. Privat Versicherte müssen alle Leistungen nach dieser Gebührenordnung bezahlen.

Ernährung/Lebensmittel für Diabetiker. Verpackte Bio-Produkte bekommen ab Juli ein EU-weit einheitliches Logo. Spezielle Lebensmittel für Diabetiker dürfen ab Herbst nicht mehr verkauft werden. Sie müssen bis 9. Oktober aus den Regalen verschwinden. Die Lebensmittel gelten als überflüssig, zum Teil sogar als schädlich. Diabetiker sollen sich künftig mehr an die allgemeinen Ernährungsempfehlungen halten, raten Experten.

Satellitenfernsehen. Am 30. April wird das analoge Satellitenfernsehen abgeschaltet. Für den digitalen Satellitenempfang ist ein digitaltauglicher Empfänger nötig. In neuen Flachbild-Fernsehern sind diese häufig bereits eingebaut. Ansonsten ist für jeden Fernseher einzeln ein DVB-S-Receiver notwendig, der zwischen Schüssel und Fernseher angeschlossen wird.

Rußfilter. Besitzer älterer Dieselautos bekommen ab Januar wieder einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 330 Euro für den Einbau eines Rußpartikelfilters.

Diesel-Fahrer müssen mit dieser Nachrüstung weniger Steuern für ihr Auto zahlen und können auch Städte mit Umweltzonen ansteuern. Viele Städten richten im kommenden Jahr neue Umweltzonen ein oder verschärfen ihre Regeln für bereits bestehende Umweltgebiete.

Auto und Verkehr: Kraftstoffpreise werden hoch bleiben. Experten bezweifeln aber, dass sie weiter deutlich steigen werden.

Zu Testzwecken dürfen in sieben Bundesländern "Gigaliner" auf die Autobahnen. Die Riesen-Lkw sind bis zu 25,5 Meter lang und bis zu 44 Tonnen schwer.