Frankreich

Traditionell gibt es den "dinde aux marons". Neben zahlreichen Vorspeisen zählt er zu den Highlights des französischen Weihnachtsessens. Dabei handelt es sich um einen mit Maronen gefüllten Truthahn. In manchen Regionen gibt es auch einen Lamm- oder Rinderbraten oder eine Ente à l'orange. Gemüsebeilagen, Austern, Pasteten und ein aromatischer Rotwein runden den Hauptgang ab. Der "buche de Noel", eine Art Baumkuchen in Form eines Holzscheits, erinnert an die Tradition, zu Weihnachten einen Holzscheit im Kamin anzuzünden.

Italien

Im katholisch geprägten Italien wird am Heiligen Abend traditionell kein Fleisch gegessen. Stattdessen gibt es beim Abendessen in der Familie Antipasti aus Gemüse oder ein Fischgericht, vorzugsweise Aal. Am ersten Feiertag fällt die Weihnachtstafel dann üppiger aus: eine Gemüsesuppe als Vorspeise, im Hauptgang Huhn, Lamm und Würstchen und zum Trinken Rotwein, Prosecco und starker Kaffee. Auch ein italienischer Magenbitter, der Amaro, oder Likör aus Zitronenschalen dürfen nicht fehlen.

Schweden

Das festliche schwedische Weihnachtsmahl nennt sich "Smörgåsbord". Dabei ist der Tisch mit mariniertem Hering, Kartoffeln, Fleischklößchen, der Bratwurst "Julkorv", Rotkohl und Reispudding gedeckt. Außerdem gehören der Weihnachtsschinken "Julskinka" und ein Auflauf aus überbackenen Kartoffeln mit Hering zur Tradition. Dazu gibt es den Glögg, eine skandinavische Glühwein-Spezialität serviert mit Mandeln und Beeren. In vielen schwedischen Unternehmen werden die Angestellten auch zu einem Firmen-Weihnachtsessen eingeladen.

Großbritannien

An der festlich geschmückten britischen Tafel werden häufig Truthahn oder Gans gefüllt mit sauren Äpfeln und Backpflaumen serviert. Dazu gibt es Bratkartoffeln und Rosenkohl. Das Weihnachtsessen endet stets mit dem Plum Pudding. Der tiefbraune bis schwarze Kuchen wird mit Brandy übergossen und in Brand gesetzt. Das Kucheninnere ist mit getrockneten Früchten, Nüssen und Mandeln gespickt. Die flammende Süßspeise ist Abschluss und Höhepunkt des Mittagessens am ersten Feiertag. Oft wird der Kuchen schon Wochen vor dem Fest hergestellt, damit er bis Weihnachten durchziehen kann. Es heißt, erst eine längere "Reifezeit" verleihe ihm den guten Geschmack.

Indien

Die meisten Christen Indiens leben im Süden des Landes. Dort findet das große Festessen im Kreise der Familie und meist im Freien statt. Die Tische werden mit Decken aus kunstvoll geflochtenen Palmblättern belegt. Das Essen besteht aus Curryreis mit Fisch oder gewürztem Fleisch und Gemüse. Zum Nachtisch wird Kuchen serviert.

Südafrika

Am südafrikanischen Kap strömen die Einwohner am zweiten Weihnachtstag mit der gesamten Familie zu Picknick und Barbecue an die Strände – denn dort ist gerade Sommer. Es gibt Christmas Pudding als Eistorte, Salate mit Biltong-Trockenfleisch und als Beilage Maismehlbrei. Insider berichten auch von einem mit Cola und Brandy marinierten Schinken, der dann leicht süßlich schmecken soll. In den Armenvierteln gilt die Schlachtung eines Schafes für das Festessen als Luxus, bei vielen reicht es jedoch nur zum Huhn.

Äthiopien

Hier wird Weihnachten erst in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar gefeiert. Äthiopische Christen kommen ganz in Weiß gekleidet zu mehrstündigen Gottesdiensten in die Kirchen. Anschließend gibt es nach 43-tägiger Fastenzeit ein großes Mahl aus Teigfladen, verschiedenem Fleisch und scharfen Soßen.

Mexiko

Immer größer werdender Beliebtheit erfreut sich in Mexiko der Truthahn als Weihnachtsmahl. Viele Familien bereiten jedoch auch ihr eigenes traditionelles Festessen zu. Das wird am Heiligen Abend meist erst spät eingenommen, weil viele Familien vorher die Mitternachtsmesse besuchen.

Brasilien

Das traditionelle Weihnachtsmenü zeugt von internationalen Einflüssen auf die brasilianische Küche. An der Atlantikküste und im Nordosten zählen frittierte Stockfisch-Bällchen zum Festgericht, außerdem wird der Familie "Rabanada" aufgetischt. Hierbei handelt es sich um Weißbrot vom Vortag, das in Milch und Ei getaucht, in der Pfanne geröstet und anschließend dick mit Zimt und Zucker bestreut wird. In ganz Brasilien beliebt ist auch Truthahnfleisch, das mit tropischen Früchten, Nüssen und Mandeln zubereitet wird. Als Beilagen dienen Reis, Kartoffelsalat mit Äpfeln und Grünkohl.

Ukraine

Die Schlemmerei zum Weihnachtsessen in der orthodoxen Ukraine beginnt traditionell mit einem süßen Brei. Die "Kutja" ist der erste von zwölf Gängen, mit denen die Gläubigen zu Christi Geburt – nach julianischem Kalender am 6. Januar – die vierwöchige Fastenzeit beenden. "Kutja" ist ein gekochter Weizenbrei, dem gemahlene Walnüsse, Rosinen und Mohn hinzugefügt werden und der mit Honig oder Zucker gesüßt wird.