30 Grad, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein: Da bekommt man direkt Lust, ins Freibad zu düsen! Aber wer nicht aufpasst, hat hinterher knallrote Haut und muss sich mit Schmerzen herumplagen. Experte Joachim Dissemond erklärt, wie man sich vor Sonnenbrand schützt und was man tun kann, wenn man doch mal zu viel Sonne erwischt hat.

Wann wird Sonne denn gefährlich?
Wenn wir zu viel davon abbekommen. Wie viel Sonne der Einzelne verträgt, hängt vom Hauttyp ab. Jemand mit heller Haut muss schneller aus der Sonne als jemand mit dunkler Haut. Wenn man zu lange in der Sonne war, kann man Sonnenbrand bekommen. Der macht sich meistens nach vier bis sechs Stunden mit roter Haut bemerkbar. Später können sich sogar Brandblasen bilden. Das tut richtig weh und man kann sogar Fieber bekommen.

Was ist denn Sonnenbrand eigentlich?
Sonnenbrand ist eine Verbrennung der Haut, bei der Hautzellen kaputt gehen und sterben. Glücklicherweise werden recht schnell neue Zellen gebildet. Wenn die Haut oft und ganz schlimm durch die Sonne beschädigt wurde, kann man auch viele Jahre später Krebs bekommen.

Was kann man gegen einen Sonnenbrand tun?
Am besten cremt man die Haut so schnell wie möglich mit einem Medikament ein. Man kann auch Tabletten nehmen, die die Entzündung und die Schmerzen lindern. Dazu sollte man sich aber in der Apotheke oder von einem Arzt beraten lassen. Grundsätzlich ist es gut, schnell etwas zu unternehmen. Manche Leute schmieren die roten Stellen auch mit Quark ein oder legen einen kühlen Waschlappen darauf. Das hilft der Haut nicht beim Gesundwerden, aber es fühlt sich angenehmer an.

Was kann man tun, damit man erst gar keinen Sonnenbrand bekommt?
Am besten geht man nicht in die pralle Sonne. Sich um 12 Uhr mittags in den Garten oder an den Strand zu legen, ist für uns Hautärzte das Schlimmste, was man machen kann. Wenn man doch

in der Sonne sein will, kann man sich bestimmte Kleidung anziehen, am besten in dunklen Farben, mit langen Ärmeln und Hosen. Die Stoffe sollten nicht zu dünn sein. Wenn ein dünnes helles T-Shirt nass wird, schützt es zum Beispiel fast gar nicht gegen die Sonne.

Lange Kleidung in der Sonne kann auch nerven.
Wenn man keine lange Kleidung anziehen möchte, sollte man sich eine Sonnencreme mit gutem Lichtschutzfaktor besorgen, also ab Schutzfaktor 30 aufwärts. Die Sonnencreme sollte man rechtzeitig auftragen und nicht sofort in die Sonne gehen. Vor allem sollte man nicht an der Creme sparen und sie schön dick und gleichmäßig auftragen. Es gibt übrigens typische Stellen, die gerne vergessen werden, zum Beispiel die Ohren oder die Unterlippe. Für die Unterlippe braucht man einen Lippenpflegestift mit Lichtschutzfaktor.

Wofür brauchen wir die Sonne denn überhaupt?
Unser Körper kann das wichtige Vitamin D nicht verarbeiten, wenn er keine Sonne bekommt. Aber das ist kein Grund, stundenlang in der Sonne zu braten. Die normale Sonneneinstrahlung reicht dem Körper völlig aus. Für uns selbst ist hier der Hauptgrund unser Wohlbefinden. Sonne und Helligkeit tun den Menschen einfach gut. Wir sind dann besser gelaunt und fühlen uns wohl.

Mit Professor Joachim Dissemond sprach

Katharina

Heimeier/dpa