Das blond gefärbte Haar schimmert plötzlich grün oder die Brauntönung kommt rosa heraus. Wer seine Haare färbt, hat diese Albträume. Und es enttäuscht viele, wenn das gefärbte Kastanienbraun stumpf wirkt, während auf der Produktverpackung das Haar des Models glänzt. Neben dem richtigen Colorieren hat vor allem die Pflege des Haars danach Einfluss auf ein schönes Ergebnis.

Unbedingt Beipackzettel beachten. Viele färben zu Hause mit Produkten aus der Drogerie. "Das ist gesundheitlich bedenkenlos, solange die Regeln des Beipackzettels eingehalten werden", sagt Erika Wahlbrink, Obermeisterin der Friseur-Innung Steinfurt (Bayern). "Am wichtigsten ist es, die Einwirkzeit nicht zu überschreiten, Handschuhe zu tragen, und einen Ton zu wählen, der nicht zu stark von der eigenen Haarfarbe abweicht", rät Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Wer zum ersten Mal dauerhaft seine Haarfarbe verändern will oder weiß, dass er allergisch reagiert, sollte vorher beim Friseur oder Hautarzt nachfragen."

Spezielle Techniken erfordern Geschick. Doch man dürfe sich nichts vormachen, sagt Wahlbrink. Der Friseur hat die Färbetechniken gelernt - sie als Laie zu Hause umzusetzen, sei schwer. Es gibt Produkte, die etwa mit Pinsel speziell fürs Strähnchenfärben angeboten werden. Auch für das Painting gibt es besondere Sets. Während normale Färbeprodukte direkt über einen dünnen Aufsatz auf der Flasche ins Haar kommen, wird hier der Pinsel geschwungen.

"Dabei wird die Farbe vom Ansatz bis in die Spitzen ins Haar hineingemalt", erläutert Franz-Josef Küveler, Art Director des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. Eine weitere Färbetechnik nennt sich Dip-Dye Hair. Die Spitzen werden in eine andere Farbe als die des Haupthaars getaucht. "Junge Frauen wünschen sich die Spitzen meistens heller, also blond", sagt Küveler.

Farbnuance muss zum Typ passen. Ob es blond, braun oder rot sein soll, ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist, welche Farbnuance gewählt wird. Sie muss zum Farbtyp passen. "Das Melanin unserer Haut bestimmt den Farbtyp", erläutert Wahlbrink. Dem eher dunklen Typ mit gelbbrauner Haut stehe etwa Lichtblond, Kupfer oder Goldgrau.

Zur eher hellen, graubraunen Haut passen matte Haarfarben wie Platinblond, Mahagoni oder Aschbraun. Welcher Hauttyp man ist, könne die Kosmetikerin oder der Hautarzt bestimmen. Doch ob das Originalhaar den gewünschten Farbton annehmen kann, hängt vom Produkt ab - und wird häufig mit Bildern auf Verpackung dargestellt.

Graues Haar kaschieren. Wer graue Haare kaschieren möchte, sollte nicht zu dunkle Töne wählen. "Ein weiß nachwachsender Ansatz wirkt bei dunklem Mittel- und Spitzenhaar manchmal unästhetisch oder liederlich", erläutert Barbara Psoch vom Haar-Verband und Friseurmuseum Magdeburg. Und der dunkle Ton kann Falten betonen. Sie rät daher zu einem matten Blondton, wenn das Haar einen hohen Weißanteil hat.

Pflege nicht vernachlässigen. Gefärbtes Haar bleibt nur schön durch Pflege. "Einmal in der Woche eine Packung und zwei- bis dreimal Spülung oder Konditioner sollten sein", rät Küveler. Produkte für colorierte Haare halten das Farbergebnis auch länger frisch.

Wenn Blondes grünlich schimmert. Bekommt blondes Haar plötzlich einen grünen Stich, kann das am Chlorwasser aus Kupferleitungen im Schwimmbad liegen, sagt Christiane Manthey. Dagegen lässt sich jedoch nichts machen - außer darüberfärben. Etwas anderes bleibt auch nicht übrig, wenn beim Färben etwa eine andere Tönung herauskommt, als auf der Packung versprochen wurde. Auch Reklamationen wegen dieses Ergebnisses seien in solchen Fällen wenig erfolgversprechend, weiß Verbraucherschützerin Christiane Manthey aus ihrer Praxis.

Zum Thema:
Auf Haarfärbemitteln sind Hinweise Pflicht, dass diese nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt sind. Das stellt jedoch kein Verbot zum Haarefärben dar. Das Produkt darf Jugendlichen auch verkauft werden, wie der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) erläutert. Minderjährige sollten jedoch für gravierende Typveränderung sowie die Nebenwirkungen des Haarefärbens wie Kontaktallergien sensibilisiert werden. Ein Blick auf die Deklaration der Inhaltsstoffe sei wichtig, empfiehlt IKW-Sprecherin Birgit Huber. Auch Friseure müssen junge Kunden aufklären und sich versichern, dass sie die Risiken verstanden haben, erläutert die Handwerkskammer Berlin. Oder sie verlangen eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.IHK-Hinweise dazu unter: dpaq.de/pw9gz dpa/gzn