Wenn die Schicht auf dem Dach schmilzt, können Schollen auf die Straße und den Garten rutschen - und Menschen verletzen.

Und die Häuser müssen mit der Last des Eises klarkommen. Problematisch wird es, wenn die Eisschicht sich auf eine Schicht Schnee auf dem Dach legt - und das Gewicht somit stark erhöht. Laut dem Bundesamt sind flachere Dächer besonders dabei gefährdet und können im schlimmsten Fall einstürzen. "Während zehn Zentimeter Nassschnee bereits bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen können, sind es bei Eis sogar bis zu 90 Kilogramm pro Quadratmeter", erklärt Horst Lenz, Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz.

Eisregen ist gefrierender Regen. Erst an der Oberfläche, auf Straßen, Bäumen und Häusern entsteht folglich eine Eisschicht. Ist diese sogar zentimeterdick, können große Probleme entstehen: Stromleitungen brechen durch und Bäume stürzen um.

Was können Hausbesitzer gegen das Wetterphänomen tun, das viele meist kalt erwischt? Vorbeugen. Sie sollten regelmäßig Dachabflüsse von Laub und Dreck befreien, rät das BBK in seiner Videoreihe "Baulicher Bevölkerungsschutz". So kann zumindest Tauwasser abfließen, und es gibt keinen Rückstau, der für zusätzliche Lasten auf dem Dach sorgt.

Dachrinnen lassen sich beheizen, mit Kabeln in den Rohren. Außenheizungen an den Eingängen und Höfen, ähnlich verlegt wie Fußbodenheizungen im Wohnraum, verhindern glatte Wege zum Haus und zur Garage. Diese Rampenheizungen für die Hofeinfahrt haben etwa Feuchtesensoren, die dafür sorgen, dass sich die Anlage nur einschaltet, wenn es schneit oder es so kalt ist, dass sich Eis bilden kann.

Bei zu hoher Last auf dem Dach müssen Hausbesitzer dafür sorgen, dass diese entfernt wird. Dachdecker übernehmen das vorsorgliche Räumen, die Feuerwehr hilft nur bei akuter Einsturzgefahr. Wie viele Kilogramm die Konstruktion tragen kann, erfahren Hausbesitzer im Standsicherheitsnachweis des Daches.

Vor abrutschenden Eisschollen am Dach und Eiszapfen an Dachrinnen, die abbrechen können, müssen Passanten mit Hinweisen und Absperrungen gewarnt werden. Denn der Hausbesitzer muss damit seine Verkehrssicherungspflicht erfüllen, erklärt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft. Tut er das nicht, haftet er für Schäden. Am besten werden auch Schneefanghaken, Schneefangbalken oder auch Schneefanggitter installiert.