"Kninkles" werden sie im Englischen genannt, eine Mischung aus "knee" (Knie) und "wrinkles" (Falten).

Der Begriff klingt niedlich, doch Kninkles können durchaus Kummer bereiten. Das bestätigt zumindest die Kölner Hautärztin Uta Schlossberger: "Ich habe 2007 erstmals Frauen behandelt, die unter faltigen Knien litten. Die Ursachen sind unterschiedlich. Es gibt Falten, die vom Fett kommen, das ergibt dann die berühmten Knubbelknie. Aber eben auch Falten, die sich durch andere Einflüsse oder mit dem Alter bilden." Ab einem Alter von etwa 30 Jahren könne der unschöne Faltenwurf bereits losgehen, dann nämlich, wenn die Haut an Spannkraft verliere, berichtet sie.

Hollywood-Stars wie Catherine Zeta-Jones oder Demi Moore wurden auf ihre Kniefalten angeblich aufmerksam, als sie Fotos von sich auf dem roten Teppich sahen. Egal wie perfekt Figur und Make-up waren, die Schrumpel-Knie passten nicht zum aufpolierten, makellosen Rest. Der Anblick muss die Schauspielerinnen so schockiert haben, dass sie sich beide bereits eine mehrere Tausend Euro teure Knie-Verjüngung gegönnt haben sollen. Vielleicht sind solche Geschichten nur ein Trick der Schönheitschirurgen, um auf sich und ihre Leistungen aufmerksam zu machen. Aber wie die englische "Daily Mail" jüngst recherchiert hat, sind spezielle Kniebehandlungen in Hollywood derzeit tatsächlich am meisten gefragt. Kosten: knapp 5000 Euro.

Wer jetzt auf Urlaubsfotos oder zu Hause vor dem Spiegel den Faltenwurf am Knie kontrolliert, kann beruhigt sein: So teuer muss es nicht werden. Uta Schlossberger: "Tatsächlich kann man mit Sport schon einiges bewirken. Denn im Kniebereich sind ja auch Muskeln, und ein guter Trainer kann einem gezielte Übungen zeigen, damit man es schafft, die Haut besser zu straffen." Sind die Falten jedoch zum Beispiel durch Sonnenschäden entstanden, müssen andere Maßnahmen her: Schimmerprodukte, also Puder, Sprays oder Cremes mit Glitzerpartikeln, können möglicherweise helfen, Falten am Knie zumindest optisch zu kaschieren, so ein Versprechen der Kosmetikindustrie. Durch geschicktes Auftragen könne so der Blick von den Problemstellen abgelenkt werden.

Dass eine kosmetische oder sportliche Variante dauerhaft funktioniert, davon ist Hautarzt Johannes Müller-Steinmann aus Kiel allerdings wenig überzeugt. "Meiner Meinung nach hilft da nur eine Hautstraffung mit Fadenlifting. Oder eben eine operative Lösung, aber dann bleiben natürlich Narben zurück." Fadenlifting klingt kompliziert und vor allem teuer. Ist aber laut Dermatologen für alle geeignet, die eine Operation scheuen. Dabei werden mit Hilfe einer speziellen Nadel Fäden mit kleinen Widerhaken in das Gewebe eingebracht. Mehrere Hundert Euro können für einen solchen Eingriff fällig werden.

Wer sich für ästhetische Methoden interessiert, hat aber auch andere Möglichkeiten. Uta Schlossberger: "Wenn die Knubbelknie vom Fett kommen, wirkt eine so genannte Lipolyse gut." Gemeint ist eine spezielle Behandlung zur Fettreduktion, zum Beispiel durch Kälte oder Injektion, die sogenannte Fett-weg-Spritze. "Die Fettzellen sterben ab, und durch die Entzündungsreaktion kommt es zu Mikronarben im Gewebe, die straffen." Bei altersbedingt erschlaffter Kniehaut könne man sonst auch mit einer bestimmten Art Hyaluronsäure helfen, die sich wie ein kleines Netz verteilt. Je nach Leidensdruck muss also jeder selbst entscheiden, zu welchem Schritt er bereit ist.