Zähne sollen vor allem gesund sein, aber auch schön aussehen. Viele wünschen sie sich etwas weißer. Wie macht man das am besten? Welche Möglichkeiten gibt es, wo sind die Grenzen des Machbaren? Die Stiftung Warentest beantwortet im Januar-Magazin "test" die wichtigsten Fragen.

Verhelfen spezielle Weißmacher-Zahnpasten zu weißeren Zähnen?
Nein, weißer machen die Spezialzahnpasten die Zähne nicht. Im besten Fall frischen sie die ursprüngliche Naturfarbe wieder etwas auf. Sie können aber Verfärbungen gut entfernen. "Die meist bräunlich-schwarzen Beläge werden vor allem durch Pigmente aus Nahrungs- und Genussmitteln verursacht, zum Beispiel Tee, Kaffee, Rotwein oder Nikotin", schreibt die Stiftung Warentest. Ihre reinigende Wirkung verdankten die Zahnpasten nicht etwa chemischen Bleichmitteln, sondern vor allem den eingesetzten Putzkörpern. Gesundem Zahnschmelz können sie nichts anhaben. Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sollten vorsichtig sein: Hier können die Pasten mitunter zu aggressiv sein.

Hellt die Prophylaxebehandlung beim Zahnarzt die Zähne auf?
Ja. Die professionelle Zahnreinigung, die heute zum Standardangebot vieler Zahnarztpraxen gehört, erzielt einen aufhellenden Effekt, der sich allein mit Zahnbürste und -pasta nicht erreichen lässt. Wem das noch nicht genügt, sollte mit dem Zahnarzt die Möglichkeiten besprechen, die Zähne mit einem "Bleaching" chemisch aufzuhellen, also zu bleichen.

Muss ich zum Bleichen immer den Zahnarzt aufsuchen?
Es empfiehlt sich dringend, unter zahnärztlicher Aufsicht zu bleichen. Zuerst muss abgeklärt werden, ob die Zähne für die Prozedur geeignet sind. Der Zahnarzt muss sie auf Karies, feinste Risse im Schmelz, defekte Füllungsränder oder freiliegende Zahnhälse kontrollieren. Nur bei gesunden Zähnen und intaktem Zahnfleisch sollte gebleicht werden. Sonst können die Wirkstoffe ins Zahninnere eindringen und entzündliche Prozesse in Gang setzen. Der Zahnarzt weist auch auf die Grenzen des Machbaren hin. Kronen, Brücken und Füllungen lassen sich in der Farbe nicht durch das Bleichmittel beeinflussen.

Wie bleicht der Zahnarzt?
Es gibt drei Wege zum neuen Weiß: Für das Bleichen zu Hause, Home-Bleaching genannt, fertigt der Zahnarzt eine individuell passgerechte Kunststoffschiene an. In die Schiene träufelt der Nutzer zu Hause das Bleichgel und setzt sie stundenweise – nach Anweisung des Zahnarztes – ein. Beim Office-Bleaching oder beim Power-Bleaching in der Zahnarztpraxis trägt der Arzt höher dosiertes Bleichmittel direkt auf die Zähne auf.

Was kostet die Behandlung?
Das neue Weiß ist nicht billig. Je nach verwendeter Methode und Zeitaufwand ist mit 250 bis 600 Euro zu rechnen. Die Kosten können von Praxis zu Praxis stark schwanken, sodass sich ein Preisvergleich immer lohnt. Die Kosten für die rein ästhetischen Behandlungen muss jeder selbst tragen. Gesetzliche Krankenkassen zahlen nicht.

Wem ist vom Bleichen abzuraten?
Schwangeren oder stillenden Frauen ist generell vom Bleichen abzuraten. Genauso Kindern und Jugendlichen. Erst wenn der Zahnschmelz völlig ausgereift ist, mit etwa 16 Jahren, darf es damit losgehen.

Ausführlich: "test" Heft 1/13 und www.test.de/thema/zahnaerzte