Bei vielen werden Erinnerungen wach. Zu ihrer Kindheit gehörten die per Kabel gelenkten Autos der Marke Wartburg, mechanische Mini-Waschmaschinen, Indianerfiguren, Möbel für Puppenstuben oder winzige Lebensmittel für den Kaufmannsladen. Der 20. Jahrestag des Mauerfalls gibt Palitzsch nun Gelegenheit, Raritäten aus der Zeit zwischen 1949 und 1990 an drei Orten zu zeigen, erstmals auch im Westen Deutschlands. Die erste Schau öffnet am Samstag im Trabiparadies im thüringischen Weberstedt.Die Sammlung des 35-jährigen Freitalers löst immer wieder ähnliche Effekte aus. "Ich habe viele Sachen gefunden, die ich schon als Kind hatte", gesteht Elke Schmidt. Sie leitet das 2006 eröffnete Trabiparadies in der ehemaligen Kaserne. Unter dem Titel "Gewünscht, getauscht, gesammelt" sind dort nun bis 31. Oktober Einblicke in 40 Jahre Spielzeuggeschichte zu sehen.Für Weberstedt hat Palitzsch vor allem technisches und mechanisches Spielzeug ausgewählt: Autos, Schiffe, Weltraumfahrzeuge, Raketen, Baumaschinen und Eisenbahnen. Um die 2000 Stücke besitzt der gelernte Elektriker und Industriemechaniker - genug, um drei Ausstellungen parallel zu gestalten. Am 23. Mai eröffnet er eine im sächsischen Dippoldiswalde, eine weitere am 27. Juni in Geesthacht bei Hamburg.In der Regel will Palitzsch einen Querschnitt der breiten Spielzeugpalette zeigen, die es einst in der DDR gab. Mit Originalverpackungen, Spielanleitungen, Kassenzetteln und Reparaturscheinen kann er Zeitgeist und Wirtschaftsgeschichte vermitteln. Reichlich Spielzeug ging seinerzeit in den Export. Im Ausland war es wegen der günstigen Preise beliebt. Manches Stück aus DDR-Produktion gab es nie im eigenen Land.Die Sonderschau in Geesthacht über 40 Jahre DDR-Spielzeug soll dokumentieren, was die Bevölkerung im Westen über den anderen deutschen Staat wahrgenommen hat, so Museumsleiter Wolf-Rüdiger Busch. Eric Palitzsch begann schon als 15-Jähriger mit dem Sammeln der DDR-Raritäten. Nach und nach baute er die Leidenschaft aus. Er übernahm die Schätze von Bekannten und Kollegen, holte manches Stück aus dem Müll oder von Dachböden, stöberte in Reparaturwerkstätten nach Ersatzteilen. Auf der Suche nach seltenen Stücken fährt Palitzsch Hunderte Kilometer auf Trödelmärkte und recherchiert im Internet. Auch wenn er längst nicht alle Quellen entdeckt glaubt, sagt er doch: "Es wird immer schwieriger."