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| 01:23 Uhr

Wann Überstunden bezahlt werden

Überstunden gibt es in vielen Unternehmen, doch nicht immer gibt es einen Ausgleich für die Mehrarbeit.

Das Bundesarbeitsgericht hat aber klargestellt, dass Überstunden auch bei einer im Arbeitsvertrag vereinbarten pauschalen Abgeltung ab einer bestimmten Grenze bezahlt werden müssen (Az.: 5 AZR 52/05).
Im entschiedenen Fall hatte ein Metzger erfolgreich die Vergütung von gut 60 Überstunden eingefordert, die in zwei Monaten angefallen waren. In seinem Arbeitsvertrag war eine regelmäßige Wochenarbeitszeit von 40 Stunden festgeschrieben, anfallende Mehrarbeit sollte durch das Festgehalt von 2100 Euro monatlich abgegolten sein. Das Gericht entschied aber, dass die pauschale Vergütung von Überstunden im Arbeitsvertrag nur bis zur gesetzlich zulässigen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gelte. Jede Stunde, die über diese Grenze hinaus gearbeitet werde, müsse der Arbeitgeber bezahlen.
Die Richter setzten sich auch mit der Frage auseinander, in welchem Zeitraum Arbeitnehmer die Bezahlung von Überstunden einfordern müssen. Der Arbeitsvertrag des Klägers sah vor, dass sämtliche Ansprüche an den Arbeitgeber innerhalb von zwei Monaten nach Fälligkeit verfielen. Nach Auffassung der Richter müssten Arbeitnehmer wenigstens drei Monate Zeit haben, ihre Ansprüche geltend zu machen.
Voraussetzung für die Bezahlung von Überstunden ist allerdings, dass der Arbeitnehmer belegen kann, wann er wie viele geleistet hat und warum die Mehrarbeit angefallen ist. Einfache Aufzeichnungen zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende genügen nicht, wie das Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz zeigt (Az.: 9 Sa 711/05). (ddp.djn/sha)