Sportmediziner empfehlen daher, sich vorher einem Gesundheitscheck zu unterziehen. Allerdings sollten Patienten sich genau überlegen, ob die Untersuchungen, und wenn ja, welche, für ihre Zwecke sinnvoll sind. Denn meist müssen sie diese selbst zahlen, die Krankenkasse beteiligt sich allenfalls teilweise an den Kosten. Das gilt zumindest, so lange der Sport-Check keine auffälligen Befunde liefert. Denn er zählt zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (Igel), die nicht zum festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen gehören.

Die Vorsorgeuntersuchung, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) in einer wissenschaftlichen Leitlinie empfiehlt, soll ermitteln, ob jemand durch Sport möglicherweise seine Gesundheit gefährdet. "Wir empfehlen sie jedem, der mit etwas intensiverem Sport beginnt, vor allem jungen Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren und Älteren, die ab 40 oder 50 wieder einsteigen wollen", sagt DGSP-Ehrenpräsident Prof. Herbert Löllgen.

Beim Sport-Check füllt der Hobbysportler zunächst einen Fragebogen mit Fragen zu seinem Gesundheitszustand aus, anschließend erhebt der Arzt im Gespräch die gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten. Dann folgt eine körperliche Untersuchung unter anderem mit Blutdruckmessung und nach orthopädischen und kardiologischen Gesichtspunkten.

Dazu gehört auch ein Elektrokardiogramm (EKG) im Ruhezustand, um die Herzfunktion zu bewerten. "Das Ruhe-EKG ist genauer als nur die Erhebung der Vorgeschichte", erläutert Löllgen. Die Leitlinie sieht darüber hinaus bei bestimmten Patientengruppen ein Belastungs-EKG vor. So sollte es jeder machen, der Symptome einer Herzkrankheit hat, außerdem jeder, der älter als 65 Jahre ist.

Die Frage, ob der Sport-Check wirklich nötig ist, lässt sich schwer beantworten. Das Portal Igel-Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen weist darauf hin, dass sich die Leitlinie auf kaum belastbare Studien stützen kann. Abraten mögen die Experten aber nicht.

Wie bei allen Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen bestehe aber die Gefahr, "dass auffällige Befunde auf tatsächliche Gesundheitsrisiken hinweisen, die vielleicht behandelt werden, die jedoch auch unbehandelt niemals zu einem Problem geworden wären", heißt es auf dem Portal.

Portal-Sprecher Christian Weymayr rät daher jedem potenziellen Hobbysportler, Vernunft walten zu lassen und sich vor Trainingsbeginn zu fragen: Wie fühle ich mich?

Das Beschwerdeportal Igel-Ärger der Verbraucherzentralen hat noch keine Erfahrungen mit dem Sport-Check gemacht. Christiane Lange von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, sich in jedem Fall vor dem Sport-Check bei der Krankenkasse zu erkundigen, ob diese einen Teil der Kosten übernimmt. Denn viele täten das bei einzelnen Vorsorgeuntersuchungen freiwillig. "Außerdem erleben wir bei den Beschwerden auch, dass Ärzte Leistungen als Igel anbieten, die auch von den Krankenkassen angeboten werden", ergänzt sie. Dadurch könne es zu Überschneidungen kommen mit Untersuchungen, die die Kasse ohnehin zahlt. Das kann etwa beim Körpercheck der Fall sein, auf den alle Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch haben.

Zum Thema:
Igel sind Behandlungen, die nicht oder nur in medizinisch begründeten Fällen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Der Arzt muss dem Patienten vorher in einem persönlichen Gespräch Nutzen und Risiken erläutern, außerdem einen Vertrag mit ihm schließen und hinterher auf Grundlage der ärztlichen Gebührenordnung abrechnen. Wer sich bei einer Veranstaltung des Vereins German Road Races ( www.germanroadraces.de ), der Vereinigung der deutschen Laufveranstalter, anmelden will, muss in der Regel einen Fragenkatalog zur Gesundheit beantworten. Erst dann ist die Anmeldung vollständig. Damit soll einer möglichen Gesundheitsgefährdung begegnet werden. Die Daten wertet die Deutsche Sporthochschule Köln wissenschaftlich aus. Link zum Fragebogen: dpaq.de/vGaoz