Wer in Freienhufen den Blick zum Himmel schweifen lässt, kann sie durch die Lüfte gleiten sehen. Die beiden Wanderfalken sind häufig in Nähe ihres Horstes auf dem 120Meter hohen „Sonne“-Schornstein zu beobachten. Edgar Förster, Sachgebietsleiter aus dem Bauamt, hat die Falken schon ihre Kreise ziehen sehen. Der Greifvogel wirbelt mächtig Wind auf innerhalb des Planverfahrens für den Windpark Chransdorf West.

Um die Windmühlenflügel auf Abstand zu halten und sich eine Einflussnahme zu sichern, haben Großräschen und Altdöbern Aufstellungsbeschlüsse für einen Bebauungsplan gefasst. In diesem Verfahren hat sich das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz nun zu Wort gemeldet. Das Falken-Nest befindet sich demnach nicht in ausreichend großem Abstand zur B-Plan-Grenze. 3000 Meter sind im Windkrafterlass für den streng geschützten und besonders störungssensiblen Vogel festgeschrieben. Damit müssen zwei der insgesamt 26 Super-Spargel im südlichen Bereich des geplanten Windparks im Kieferwaldmassiv zwischen Großrä schen und Altdöbern etwa 300 Meter nach Norden verschoben werden. „Sie müssen weiter wegrücken oder fallen ganz weg“, erklärt Sachgebietsleiter Edgar Förster. Davon profitieren die Barziger. Die Wanderfalken halten ihnen die Riesen-Flügel vom Leib. Den Bewohnern der Großräschener Tempo-Siedlung hingegen fehlt der „tierische Beistand“. Ihre Häuser stehen rund 1000 Meter vom ersten Windrad entfernt. Sie setzen auf den Bebauungsplan, der eine Tabu-Zone von 1500 Metern festschreibt. In der Überarbeitung des Regionalplanes Wind will Großräschen keine Windstille zulassen. Im Januar soll eine gemeinsame Sitzung der Kommunalvertretungen von Großrä schen und Altdöbern stattfinden.