Doch die Waldbauern sehen ihre mühsame Arbeit in großer Gefahr.

Wenn Günter Jurischka von seinem Eichenwald spricht, huscht ihm ein Lächeln über das Gesicht. Schließlich stehen die inzwischen acht Meter hohen Bäume seit genau anderthalb Jahrzehnten nahe des Partwitzer Sees in Reih und Glied. Ausfälle gibt es kaum. „Im Jahr 1996 hat meine ganze Familie auf dieser 0,7 Hektar großen Fläche 9000 Eichen und 900 Hainbuchen in den Boden gebracht. Damit wurde ein neuer Wald begründet“, erzählt der Proschimer Unternehmer, der einen Brennstoffhandel sein Eigen nennt, stolz. Schließlich befand sich vor der Aufforstung eine unrentable Ackerfläche anstelle des jetzigen Eichenwaldes.

Günter Jurischkas neu begründetes Wäldchen ist eines von mehreren Waldbauprojekten der örtlichen Forstbetriebsgemeinschaft. 41 Mitglieder aus dem Spree-Neiße-, dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis und dem Landkreis Bautzen bewirtschaften eine Waldfläche von insgesamt 300 Hektar. Davon wurde nach Angaben von Vorstandsmitglied Johannes Kapelle in den vergangenen Jahren ein knappes Dutzend in vitale und stabile Mischwälder überführt. Möglich machten dies Fördergelder des Landes sowie das Engagement der Waldbauern.

Gleich mehrere Forstflächen hat die Blunoer Gärtnermeisterin Christina Schuster unter ihre Fittiche genommen. So wächst beispielsweise südöstlich von Lieske an der B156 seit fünf Jahren ein von ihr begründeter attraktiver Laubmischwald heran. „19500 Eichen, 5700 Bergahorne, 2000 Eschen, 1000 Ulmen und 300Wildkirschen habe ich dort gepflanzt“, zählt die begeisterte Hobby-Försterin auf. Zuvor wuchs auf der fünf Hektar großen Fläche lediglich ein monotoner Kiefernwald, der dann stark aufgelichtet wurde, um den neuen Bäumchen Platz und Licht zu schaffen.

„Wald ist für mich eine Jahrhundertaufgabe“, erzählt die gebürtige Thüringerin. So sei es für sie Verpflichtung, dass auch nachfolgende Generationen etwas von ihrem gepflanzten Wald hätten. „Der Pflanzer wird seinen Bestand schließlich nicht mehr ernten können“, so Christina Schuster.

Alljährlich eine gute Ernte fährt der Allmosener Herbert Poppe ein. „Mir gehören zwölf Hektar Wald auf zwei Flächen. Jahr für Jahr hole ich sechs Gummiwagen voll Holz. Das reicht nämlich für einen Winter“, begründet der Senior, der eine Holzheizung sein Eigen nennt. Jetzt will er auch über weitere waldbauliche Maßnahmen nachdenken. Ab dem kommenden Jahr soll es eine enge Zusammenarbeit zwischen den Forstbetriebsgemeinschaften Lieske-Welzow-Proschim und „Am Senftenberger See“ geben. Die beiden Vorsitzenden Christoph Hänsel und Frank Domin begründen diesen Schritt in erster Linie mit einem günstigeren Holzeinschlag aufgrund größerer Flächen.

Zusammengenommen verfügen beide FGB über rund 800 Hektar. Nicht zuletzt besäße eine größere Anzahl von Waldbauern ein höheres Gewicht in der Wahrung ihrer Belange. Denn den Wäldern nördlich der Seenkette droht Ungemach.

Ihre Eigentümer befürchten negative Auswirkungen des geplanten Tagebaufeldes Welzow-Süd II auf den Wasserstand und damit auf das Wachstum der mühsam gepflanzten Gehölze. Und letztendlich könnte der Bergbau einen Großteil der FBG-Forsten gänzlich in Anspruch nehmen. „Hoffentlich bleiben unsere Wälder erhalten“, lautet der Tenor der Waldbauern.