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| 16:31 Uhr

Guben
Zusammenarbeit mit Gubin – das sagen die SVV-Kandidaten

Guben. Einen Monat vor der Wahl des Stadtparlaments hat die LAUSITZER RUNDSCHAU bei Parteien und Wählergruppen nachgefragt.

Am 26. Mai wählt Guben eine neue Stadtverordnetenversammlung. Die LAUSITZER RUNDSCHAU hat den Parteien und Wählergruppen Fragen gestellt. In der Druckausgabe finden Sie in den kommenden Tagen die jeweiligen Kernaussagen. Die ganzen Antworten bis zu der Vorgabe von 1000 Druckzeichen finden Sie bei www.lr-online.de

Die zweite Frage lautete: Wie kann die Zusammenarbeit mit der polnischen Partnerstadt Gubin ausgebaut werden? Oder sollte sich Guben eher um deutsche Nachbarn kümmern wie Eisenhüttenstadt oder auch Cottbus?

SPD: Die Zusammenarbeit mit Gubin ist bereits hervorragend. Hier arbeitet die SPD seit Jahren mit G. Quiel sehr gut mit. Die Zukunft bedeutet 360 Grad. Kontakte nach Eisenhüttenstadt, Neuzelle, Forst und Schenkendöbern sind hierbei wichtig, um gemeinsam die Region zu stärken.

CDU: Bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit ist das bisher Aufgebaute (z.B. die Eurokommission Guben-Gubin) zu nutzen und die Arbeit dort fortzuführen. Die Verwaltungen arbeiten bereits gut zusammen. Im Zuge von Fördermittelvergaben der Europäischen Union sind wir sowieso aufeinander angewiesen. Somit ist auch die zukünftige Zusammenarbeit mit dem polnischen Nachbarn abgesichert. Diesen Weg wird die CDU weiterhin unterstützen. Dennoch ist es auch wichtig, gerade in Zeiten des Strukturwandels, die interkommunale Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbargemeinden und -städten zu stärken. So kann Guben mit seinen Partnern zusammen die Probleme der Zukunft für alle Seiten erfolgreich lösen.

Grüne: Die Zusammenarbeit mit der Stadt Gubin ist bereits heute schon gut. Es gibt aber immer noch viel Luft nach oben, insbesondere im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Hier gilt es, die Stadt als eine grenzübergreifende Stadt im Zentrum Europas zu begreifen. Hierzu sollte die Stadt intensiv in allen Bereichen der Verwaltung überprüfen ob ein gemeinsames Handeln positive Synergien auf beiden Seiten der Neiße generieren kann. Es ist hierbei auch wichtig, das jeweilige Umland in der Gemeinde Schenkendöbern und der Landgemeinde Gubin in die Zusammenarbeit einzubeziehen. Eine Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarstädten ist im konkreten Einzelfall sinnvoll, wird jedoch oft durch die Entfernung und administrative Grenzen eingeschränkt. Das Potenzial im Grenzraum Guben-Gubin ist sicher größer.

Einzelkandidat Klaus Schneider: Die Zusammenarbeit mit Gubin ist gegenwärtig in vielen Bereichen schon auf einem hohem Niveau und durch die finanzielle EU-Förderung für viele Projekte auch erforderlich. So könnten viele Begegnungsprojekte und Infrastrukturprojekte nicht realisiert werden, wenn Gubin nicht als Projektpartner zur Verfügung steht. Trotzdem sollte Guben auch sehr auf die Eigenständigkeit achten, denn als Mittelzentrum stehen wir im Wettbewerb mit anderen Städten in unserer Region, z. B. in der Wohnungswirtschaft und bei Unternehmensansiedlungen. Viele Dinge, wie z. B. Tourismus, Gesundheitsversorgung, Verkehr, Arbeitsmarkt, zwingen uns aber auch zur Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstädten. Die Zusammenarbeit mit der Cottbuser BTU und Gubener Unternehmen sollte weiter intensiviert werden.

AfD: Um Guben stark für die Zukunft zu machen, ist eine nachhaltige Entwicklung im Tourismussektor unabdingbar. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen geht es auch um die Anziehungskraft unserer einzigartigen Stadt sowie dringend benötigte kommunale Einnahmen. Inmitten der wunderschönen brandenburgischen Landschaft und die direkte Lage an der Neiße sowie die daraus resultierende Grenzlage muss nach außen erlebbar gemacht werden. Unsere Nachbarstadt entwickelt sich stetig weiter, in Guben hingegen ist der Wegzug ohne erkennbare Gegenwehr der Verantwortlichen wahrnehmbar. Unsere Stärken müssen wir nach außen erkennbarer u. zeitgemäßer vermarkten! Dabei ist es wichtig, dass insbesondere Guben seine Identität bewahrt. Diese, meine schon im Bürgermeisterwahlkampf formulierte Position, ist ein Markenkern der AfD Guben. Die Gubener wählen das Original und keine billige Übernahme dieser Position. Kopieren heißt noch nicht kapieren.

Wir Gubener Bürger: Grenzlage als Chance der gemeinsamen Lösung der Probleme der Städte Guben und Gubin bei Wahrung der nationalen Identitäten. Jede Stadt hat ihre eigenen spezifischen Probleme, dennoch ist durch die Doppelstadtsituation eine ähnlich gute Ausgangslage vorhanden, wie in Frankfurt (Oder)/Slubice oder Görlitz/Zgorcelec. Dieses Alleinstellungsmerkmal einer Stadt in der Lausitz muss stärker genutzt werden. Bündelung und Unterstützung aller Ideen zur Nutzung der EU-Fördermöglichkeiten für kulturelle Begegnungen, Investitionen und Verbesserung der Infrastruktur.

Linke: In europäischen Maßstäben können wir nur als Doppelstadt punkten. Das ist und bleibt unser Alleinstellungsmerkmal; hier sind wir ein Vorbild für deutsch-polnische Partnerschaften. Die Zusammenarbeit muss – z. B. auch bei der medizinischen Versorgung – weiter ausgebaut werden. Davon haben beide Städte einen großen Nutzen.

FDP: Die Zusammenarbeit mit Gubin sollte wie bisher weiter fortgesetzt werden. Die gemeinsame Kommission Guben/Gubin hat die Zusammenarbeit intensiviert und sollte auch in der nächsten SVV weiter konstruktiv arbeiten.

Die Gruppe Unabhängiger Bürger Spree-Neiße hat zu dieser Frage der Redaktion keine Antwort geliefert.