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| 14:59 Uhr

Stadtverordneten-Wahl Guben 2019
Thema Gesundheit – das sagen die SVV-Kandidaten

Guben. Vor der Wahl des neuen Stadtparlaments hat die LAUSITZER RUNDSCHAU bei Parteien und Wählergruppen nachgefragt.

Am 26. Mai wählt Guben eine neue Stadtverordnetenversammlung. Die LAUSITZER RUNDSCHAU hat den Parteien und Wählergruppen Fragen gestellt. In der Druckausgabe finden Sie in den kommenden Tagen die jeweiligen Kernaussagen.

Die dritte Frage lautete: Das Krankenhaus leistet in Guben einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Wo aber drückt der Schuh noch? Was muss sich in Guben beim Thema Gesundheitsversorgung dringend ändern?

Grüne: Dringend müssen sich junge Haus- und Fachärzte ansiedeln. Hierfür müssen Konzepte und Strukturen mit interessierten Ärzten besprochen und Lösungskonzepte erarbeitet werden. Das Naemi-Wilke-Stift ist weiter zu erhalten und möglichst als grenzüberschreitendes Krankenhaus zu etablieren. Hiermit wird das Krankenhaus langfristig gesichert und könnte sich auch wieder weiterentwickeln, beispielsweise mit einer Kinderstation. Zentren mit Physiotherapeuten, aber auch die Senioren- und Pflegeheimen sollten verbessert und erweitert werden. Im kommunalen Wohnungsbestand sollte der Gedanke „Wohnen im Alter“ bei sämtlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit bedacht werden. Eine gute, langfristig gedachte Gesundheitsversorgung ist wichtig für die hier lebenden Menschen, aber auch für junge Menschen, die in ihrer Heimat weiterhin leben und alt werden wollen.

Einzelkandidat Klaus Schneider: Alle in unserer Stadt praktizierenden Ärzte, Zahnärzte, Therapeuten, Schwestern und Pfleger leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag für die Gesundheitsversorgung in unserer Stadt. Bedingt durch die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte ist eine weitere Ansiedlung von jungen Ärzten erforderlich. Es fehlt aber auch eine Vielzahl von Fachärzten in Guben. Dadurch müssen die Gubener weite Wege in andere Städte in Kauf nehmen, um eine Facharztbehandlung zu erhalten. Die weitere Ansiedlung auch von Fachärzten ist deshalb unbedingt erforderlich. Hier sollte unsere Stadt ein starkes Förderprogramm auflegen und einen „roten Teppich“ für die Ansiedlung auslegen. Die Notaufnahme im Wilkestift muss unbedingt erhalten bleiben und darf auf keinen Fall wegen der Neustrukturierung der Notfallversorgung durch die Krankenkassen eingeschränkt werden.

AfD: Im Bundesvergleich sind wir eine demographisch gesehen vergleichsweise ungesunde Stadt mit wenig Geburten u. Seniorenüberhang. Gleichwohl gilt auch in Guben, dass immer weniger Erwachsene hier wohnen, die Ihre Eltern pflegen können. Denn - je älter ein Mensch - desto kleiner sein Aktionsradius u. das Zuhause wird zum Lebensmittelpunkt insbesondere bei der alltäglichen Versorgung u. Pflege. Dementsprechend wachsen die Aufgaben für die öffentl. Hand. Die Einrichtung z.B. eines Netzwerks „Älter werden in Guben“ sowie deren Bedürfnisse hinsichtlich der medizinischen Versorgung u. Pflege, dem Wohnen u. Zusammenleben, von Kommunikation, Bildung u. Begegnung oder auch Arbeit im Ruhestand wird bisher vernachlässigt. Die Themen Altern, Pflege, Sterben, sollten stärker in die Öffentlichkeit gebracht und gemeinsame Projekte gegründet werden. Zur Verbesserung der Lebenslage älterer Menschen auch in Zusammenarbeit zwischen Trägern in Bildung, Wohlfahrt, stationärer und ambulanter Pflege hinaus, hin Hier wurden die vorgegebenen 1000 Druckzeichen erreicht.

Wir Gubener Bürger (WGB): Sicherung Gesundheitsversorgung, daneben aber genauso wichtig das Zusammenleben der Generationen zu verbessern und die Sicherung des Angebotes der sozialen Betreuung für alle Generationen. Sicherung einer guten und fachspezifischen Grundbetreuung im medizinischen und sozialen Bereich für alle Generationen. Unterstützung aller Maßnahmen für Generationengerechtigkeit und einen Generationendialog. Schaffung seniorengerechter Angebote zur Erholung, Freizeit und Sport. Bessere abendliche Erreichbarkeit des Stadtzentrums durch Angebote des ÖPNV/Rufbus.

Linke: Die zentrale Krankenversorgung ist – abgesehen von der fehlenden Kinderstation – gut aufgestellt. Problematisch dürfte sich in Zukunft die Versorgung durch Fachärzte entwickeln. Hier sollten neue Modelle – z. B. ein Ärztehaus in kommunaler Hand – entwickelt werden, die Mediziner nach Guben bringen.

FDP: Das Wilkestift leistet in Guben eine hervorragende Arbeit. Seit vielen Jahren bemüht es sich in Zusammenarbeit mit der Stadt die fehlenden Fachärzte nach Guben zu bekommen. Doch führte der rege Kontakt mit der Ärztekammer noch nicht zu den erhofften, durchgreifenden Erfolgen. Die Altersstruktur der Ärzte nimmt weiter zu und deshalb dürfen die gemeinsamen Anstrengungen hier nicht nachlassen.

Gruppe Unabhängiger Bürger Spree-Neiße (GUB-SPN): Gute medizinische Versorgung darf keine Frage des Wohnortes sein. Vor allem im ländlichen Raum wie Guben gilt es daher, eine bedarfsgerechte Versorgung der Menschen zu sichern. In der Grenzregion sollten wir aber auch beide Städte bei der medizinischen Versorgung im Blick haben. Die Städte Gubin und Guben arbeiten schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Vieles ist bereits zusammengewachsen, manches noch nicht. Besonders im Bereich der Gesundheitsversorgung gibt es noch Entwicklungsbedarf. „Gesundheit ohne Grenzen“, ein Projekt das im Naemi-Wilke-Stift entwickelt wurde, ist nur eine Antwort auf die dringenden Bedürfnisse der Bevölkerung beidseits der Neiße, insbesondere im Blick auf den schnellen Zugang zu hochqualitativer, wohnortnaher Versorgung, bei Notfällen oder bei chronischen Krankheiten von besonderer Bedeutung. Die Ländergrenze ist derzeit in solchen und noch in vielen anderen Situationen auch eine Begrenzung für die gesundheitliche Versorgung.

SPD: Für die Zukunft gilt es, auch hier die deutsch-polnische Zusammenarbeit zu stärken, um aus dem Krankenhaus ein Versorgungszentrum für Guben und Gubin zu machen, denkbar wäre dann auch die Ansiedlung neuer Fachabteilungen. Um die Ärztesituation zu verbessern, sollte man an Kooperationen mit medizinischen Hochschulen oder gar an Stipendien für Medizinstudenten arbeiten. Hier unterstützen wir das geplante Stipendienprogramm: „Landärztestipendium Brandenburg“ des Landes. Freiwerdende Arztpraxen müssen schnell neubesetzt werden.

CDU: Die Stabilisierung der medizinischen Grundversorgung ist noch lange nicht erreicht und daher weiter intensiv zu begleiten. Die ärztliche Versorgung im Kinderbereich muss ebenso ausgebaut werden wie andere fachspezifische Arztangebote. Wir unterstützen dazu Kooperationen mit umliegenden Krankenhäusern, aber auch ansiedlungswillige Ärzte sind umfassend mit den Mitteln der Wirtschaftsförderung zu begleiten. Das gesamte Angebot im Bereich Gesundheit und Pflege ist bedarfsgerecht zu gestalten und der demografischen Entwicklung anzupassen, beispielsweise durch die Vernetzung von bestehenden Angeboten. Neue Entwicklungen wie die Digitalmedizin können hier integriert werden.