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| 12:54 Uhr

Kommunalwahl in Schenkendöbern
Kohle: So denken die Schenkendöberner Kandidaten

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Logo Wahlen 2019 FOTO: ZB / Patrick Pleul
Schenkendöbern. Wenige Wochen vor der Wahl hat die LR bei Parteien und Wählergruppen nachgefragt. Von Thomas Engelhardt und Daniel Schauff

Am 26.Mai wählt Schenkendöbern eine neue Gemeindevertretung. Die LAUSITZER RUNDSCHAU hat den Parteien und Wählergruppen Fragen gestellt. In der Druckausgabe finden Sie in den kommenden Tagen die jeweiligen Kernaussagen.

Die LR wollte wissen: Während der aktuellen Legislaturperiode wurde klar: Atterwasch, Grabko und Kerkwitz bleiben, gleichzeitig rückt der Tagebau näher an Taubendorf heran. Wie bewerten Sie die Auswirkungen des künftigen Kohleausstiegs auf die Großgemeinde und wie muss sich Schenkendöbern entwickeln, um den damit verbundenen Strukturwandel in der Region möglichst schadlos zu überstehen?

Wählergemeinschaft Pinnow-Heideland Das der Tagebau nicht weitergeführt wird und die Orte in Schenkendöbern erhalten bleiben, ist ein großer Erfolg. Aber die nächsten Probleme stehen mit dem Ausstieg aus der Kohle bei uns schon an. Es muss erreicht werden, dass der Strukturwandel in unserer Gemeinde und Guben sinnvoll und mit Verstand vollzogen wird. Es wird mal wieder viele Verlierer, nicht nur in unserem Bereich, geben. Es muss schon weit im Vorfeld des Ausstieges aus der Kohle gegen eine massive Zunahme von Arbeitslosigkeit etwas getan werden. Der Ort Taubendorf wird mit zunehmender Lärm- und Staubbelästigung konfrontiert. Die geologischen Bodenveränderungen nehmen ebenfalls massiv zu. Hierbei muss eine große Unterstützung, auch von politischer Seite, durch Land und Bund, dem Ort zukommen. Mit dem Ausstieg aus der Kohle dürfen wir uns nicht mehr so sehr der industriellen Entwicklung auf anderen Gebieten entgegenstellen. Firmen, welche sich in unserem Bereich ansiedeln möchten, sollten nicht mehr solch hohe bürokratisch Hier wurden die vorgegebenen 1000 Druckzeichen erreicht

Wählergruppe Lutzketal Tagebau und Kohleausstieg sind in unserer Region hoch angebunden und werden uns noch über sehr lange Zeit begleiten und beeinflussen.

Wählergruppe Heimat und Zukunft – Hier

- die Auswirkungen und Folgen des Tagebau gilt es für die Bewohner und die Gemeinde zu mindern, dazu ist die Leag und das Land in die Pflicht zu nehmen

- die Möglichkeiten die sich aus dem Strukturwandel ergeben müssen genutzt werden, insbesondere ist die Infrastruktur zu verbessern

- industrielle Ansiedlungen in Guben sind zu unterstützen, aber auch mittelständische Unternehmen in der Gemeinde müssen dabei gefördert werden

- nicht zuletzt muss das 3-Seenkonzept offensiv angegangen werden

- aber auch die INA, als Projekt ist aktiv zu unterstützen

CDU Wir sind sehr froh darüber das die 10 Jahre andauernde Unsicherheit für die Dörfer beendet wurde. Gleichzeitig sind die Auswirkungen des aktiven Tagebaues, insbesondere auf den Wasserhaushalt intensiv zu beobachten und die gegenwärtigen und zukünftigen Lasten entsprechend zu entschädigen und zu sichern. Wir müssen attraktiv für Zuzüge sein, uns intensiv in die Strukturdiskussion einbringen und bei der Entwicklung von Projekten ganz vorn dabei sein. Schenkendöbern sollte mehr in die Entwicklung erneuerbarer Energie investieren, zum Beispiel autonome Versorgungssysteme.

Wählergruppe Bärenklauer Sportverein Die Auswirkungen des Kohleausstiegs sind doch denke ich zu merken. Es fallen viele Arbeitsplätze weg,damit meine ich nicht nur bei der Leag sondern auch bei vielen Firmen die als Servicekräfte dort tätig sind. Ich weiß nicht wie das aufgefangen werden soll.

Wählergruppe Feuerwehr Das Thema Tagebau wird die Gemeinde Schenkendöbern noch sehr lange beschäftigen. Ob die Beeinträchtigungen in den randbetroffenen Orten, die Wasserproblematik unserer Seen und des Grundwassers und nicht zuletzt der bereits stattfindende Strukturwandel sind Themen, die die Gemeindevertretung zusammen mit der Verwaltung konzentriert weiterverfolgen muss. Die Einstellung des Tagebaues ist die Chance, dass unsere Heimat auch für nachfolgende Generationen lebenswert bleiben wird. Der wirtschaftliche Strukturwandel wird gemeinsam mit allen in der Lausitzer Region Beteiligten gelingen.

Wählergruppe Bürger für Bürger – vereint gegen Betroffenheit Die Gemeinde Schenkendöbern kann nur in Kooperation mit den Mittelzentren Guben, Forst und der Stadt Cottbus erfolgreich am Strukturwandel in der Lausitz teilhaben. Eine mögliche Perspektive könnte z.B. sein, dass die Gemeinde das „grüne Wohnzimmer“ der Beschäftigten aus den vorhandenen und zu schaffenden Industrieparks wird. Die wichtigsten Faktoren bei einer Wohnortentscheidung sind aber neben der Lage auch eine gute Infrastruktur. Hilfreich wäre es z.B. wenn es seitens des Landes Brandenburg nicht nur Förderprogramme für den Neubau bzw. grundhaften Ausbau von Straßen gäbe, sondern auch für die Instandsetzung,- haltung von Straßen, wofür in vielen Kommunen die finanziellen Mittel fehlen. Das größte Potential der Gemeinde Schenkendöbern liegt jedoch in den vielen Seen und den reizvollen Landschaftsschutzgebieten, die die Gemeinde umgeben. Hierbei sollten wir unsere Chance nutzen und diese Vorteile stärker präsentieren.

AfD Der Erhalt der Dörfer Grabko, Atterwasch und Kerkwitz ist ein Segen. Allerdings fällt mit dem Kohleausstieg auch ein gewaltiges Wertschöpfungspotential weg und damit Arbeitsplätze, Einkommen und schlußendlich regionale Kaufkraft. Um einen erneuten Strukturbruch zu verhindern, stehen Bund und Land in der Pflicht entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Es gibt nur einen Weg: Wirtschaftsförderung, Wirtschaftsförderung und nochmals Wirtschaftsförderung. Wir als AfD fordern zur Förderung von Investitionsvorhaben eine Sonderwirtschaftszone Lausitz. Der Gemeinde bleibt nur die Konzentration auf die eigenen Wirtschaftspotentiale. Auf deren Entwicklung sowie der Forcierung neuer Wirtschaftsansiedlung muss das Hauptaugenmerk liegen.

Die SPD, die Linke, die Wählergruppe Groß Drewitz und die Wählergruppe Senioren haben die Fragen der RUNDSCHAU nicht beantwortet.