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| 07:27 Uhr

Pro und Contra
Contra: Eine Frauenquote funktioniert nur oberflächlich

 Julian Münz
Julian Münz FOTO: LR / Angelika Brinkop
Kommentar. Von Julian Münz

Wenn es nur das Ziel ist, dass mehr Frauen in die kommunalpolitischen Gremien ziehen, dann erscheint die Einführung einer gesetzlichen Quote sinnvoll. Doch damit kratzt man nicht mehr als an der Oberfläche des Problems. Denn dass sich deutlich zu wenige Frauen an den Kommunalwahlen beteiligen, ist nur das Symptom. Auch bei 50 Prozent Frauenanteil ist es schließlich durchaus möglich, Frauen schlechter zu bezahlen oder weniger ernst zu nehmen als ihre männlichen Kollegen. Und kaum ein patriarchischer Politiker wird etwa, nur weil er nun ein paar mehr Kolleginnen gegenübersteht, einen plötzlichen Sinneswandel zum Feministen vollziehen. Mehr noch: Der Versuch, eine höhere Frauenbeteiligung in der Politik gesetzlich zu erzwingen, würde gerade bei denen, die sich des Problems noch nicht bewusst sind, nur für mehr Unverständnis sorgen. Das nützt vor allem den Parteien, die sich sowieso eine Rückkehr ins Geschlechterbild der 50er-Jahre wünschen. Mit einem Paritätsgesetz gäbe es dann zwar mehr Frauen in den kommunalen Parlamenten – aber vom Ziel, die Gleichberechtigung der Geschlechter auch in den Köpfen der Menschen herbeizuführen, hätte man sich nur weiter entfernt.