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| 10:01 Uhr

Europawahl
40 Listen und nur ein Kreuz

 Am 26. Mai wird das Europaparlament gewählt
Am 26. Mai wird das Europaparlament gewählt FOTO: dpa / Robert Michael
Cottbus. Einen Meter lang ist der Wahlzettel für die Europawahl am 26. Mai 2019. Wer soll da den Überblick behalten? Die LR hilft: Von Bodo Baumert

Insgesamt 40 Parteien buhlen um das eine Kreuz, das Lausitzer Wähler zur Europawahl setzen dürfen. Die Vielfalt ist deshalb so groß, weil es in Deutschland – anders als etwa in Polen – keine Sperrklausel gibt. Das heißt: Selbst kleine Parteien können es schaffen, einen Abgeordneten ins Parlament in Brüssel zu schicken. Bei der letzten Europawahl gelang das überraschenderweise sogar der als Satire angetretenen Partei „Die Partei“.

Doch wer verbirgt sich hinter all diesen Partei-Namen, die ja oft noch sehr gleich klingen? Allein drei Tierschutzparteien und zwei Graue finden sich auf dem Wahlzettel? Die RUNDSCHAU zeigt kurz, für wen Sie mit Ihrem Kreuz abstimmen.

Kleinparteien bei der Europawahl FOTO: dpa / Jörg Carstensen

Fast alle Parteien treten übrigens mit einheitlichen Kandidatenlisten in ganz Deutschland an. Deshalb sieht der Wahlzettel in Brandenburg und Sachsen auch fast identisch aus. Lediglich die CDU tritt – weil sie in Bayern nicht mit der CSU konkurrieren will – mit Landeslisten an. Der Spitzenkandidat in Brandenburg ist deshalb ein anderer als in Sachsen. Brandenburger Wähler finden den langjährigen Europaabgeordneten Christian Ehler als CDU-Spitzenkandidat, die Sachsen Peter Jahr.

Eine Lausitzerin an der bundesweiten Spitze haben die Grünen mit Ska Keller aus Guben. Bei der SPD steht Justizministerin Katarina Barley oben auf dem Wahlzettel. Kaum Chancen kann sich dagegen die Brandenburger SPD-Vorkämpferin, Maja Wallstein aus Cottbus, ausrechnen. Ihr Listenplatz 22 müsste ein außergewöhnliches Ergebnis der SPD voraussetzen, um den Einzug ins Parlament zu sichern.

Die bisherige FDP-Generalsekretärin Nicola Beer ist das Zugpferd der Liberalen für die Europawahl. Martin Schirdewan und Özlem Alev Demirel bilden das Zuggespann für die Linke. Gesicht der Freien Wähler ist Ulrike Müller.

Bei der AfD steht Jörg Meuthen ganz oben auf der Liste. Er verdankt seine Aufstieg dem Scheitern des früheren Parteigründers Bernd Lucke, der es übrigens mal wieder mit einer neuen Formation versucht.

Prominente Namen sind ansonsten wenig auf den Listen zu finden. Der schillernde ehemalige griechische Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis wäre zu nennen, der mittlerweile in Berlin wohnt und deshalb in Deutschland kandidiert. Die Satire-Truppe um Martin Sonneborn führt den aus dem TV bekannten Kabarettisten Nico Semsrott ins Feld.