Die Eisenbahnhistoriker der Interessengemeinschaft Spreewaldbahn haben ihre weihnachtliche Bescherung schon vorgezogen. Ein Straßentieflader mit einem waschechten Eisenbahnwagen aus dem Harz ist im ehemaligen Bahnbetriebswerk Straupitz eingetroffen.

Über zehn Tonnen schwer steht der Thekenwagen in Meterspur auf einem Gleisstück, das kurzerhand aus Sachsen mitgebracht wurde.

„Unser Dank gilt vor allem den beteiligten Unternehmen, die mit dem Transport keine alltägliche Aufgabe hatten“, so Vereinsvorsitzender Toni Schulz.

„Da der Waggon über ein vollständiges Fahrwerk verfügt, haben wir uns dafür interessiert und schließlich als ein richtiges eBay-Schnäppchen komplett mit Drehgestellen erworben", verriet Schulz.

Der 1946 in Bautzen gebaute ehemalige Güterwagen der Harzer Schmalspurbahnen war am Hasseroder Bahnhof als Kiosk und Partywagen im Einsatz. Die Inneneinrichtung samt Thekenanlage lasse viele Möglichkeiten für eine spätere Nutzung offen.

Auf dem Gelände der alten Straupitzer Spreewaldbahn-Werkstatt aufgestellt, dient das erworbene Exponat zunächst als Blickfang für die Besucher. „Hier vorne am Zaun befand sich aber auch früher das Abstellgleis der Drehscheibe“, berichtet Vereinsmitglied Sven Kasparz nach getaner Arbeit.

Mit der fachgerechten Aufarbeitung des neuen Exponates will sich die IG Zeit lassen, „Wir stellen sicher, dass das Dach dicht ist“, kündigte Sven Kasparz an. Die Substanz sei sehr gut. „Es gibt keine Veranlassung, den Wagen sofort anzufassen. Da haben wir noch anderen Arbeitsvorrat.“

Auf dem originalen Areal sollen in ein paar Jahren die Touristen die aufgearbeiteten Fahrzeuge der Spreewaldbahn bewundern können, sind sich die Vereinsmitglieder sicher.

„Die Gebäude der Spreewaldbahn werden als einige der schönsten Bahnbauten in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa bezeichnet. Das machte die Bahn neben der Landschaft so bekannt“, so Toni Schulz.

David Jansch, der neue Eigentümer des Geländes, unterstützt die Interessengemeinschaft. Er selbst ist von historischen Straßenfahrzeugen angetan und der Spreewaldbahn nicht abgeneigt: „Im diesem Jahr galt es vor allem, das Gelände von Bewuchs zu befreien und gründlich aufzuräumen. Gemeinsam wollen wir wieder Leben in die alten Gemäuer bringen.“

Jetzt gelte es, Förderer zu finden, die ebenso von diesem Thema angetan sind. „Wenn unser BW zu einem weiteren Anziehungspunkt für Besucher wird und perspektivisch auch Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, dann haben wir alles richtig gemacht“, sind sich beide Parteien einig.