Nach dem neuen Mietrecht können seit September 2001 nur noch "qualifizierte Zeitmietverträge" abgeschlossen werden. Hier muss bei Vertragsabschluss im Mietvertrag ein Befristungsgrund vereinbart werden. Der Vermieter darf den Vertrag zeitlich befristen, wenn er die Räume für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts nutzen will. Als Befristungsgrund wird auch anerkannt, wenn umfangreiche Umbau- oder Abrissarbeiten vorgesehen sind. Auszug fest vereinbartBei diesen qualifizierten Zeitmietverträgen muss der Mieter bei Vertragsende ausziehen, wenn der ursprüngliche Befristungsgrund noch vorliegt. Bis August 2001 konnten auch einfache Zeitmietverträge, das heißt befristete Mietverträge, abgeschlossen werden. Hier war kein Befristungsgrund notwendig. Am Ende der vorgesehenen Vertragszeit konnte der Mieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen. Erhielt der Vermieter zwei Monate vor Ablauf des Mietverhältnisses dieses Fortsetzungsverlangen, konnte er das Vertragsverhältnis nur beenden, wenn er einen Kündigungsgrund hatte, zum Beispiel Eigenbedarf. Dieser Typ Zeitmietvertrag gilt weiter, wenn er vor dem 1. September 2001 abgeschlossen wurde. Heute kann er nicht mehr vereinbart werden.In einigen Fällen kommen Mieter aus qualifizierten Zeitmietverträgen vorzeitig heraus: Die Gerichte lassen in Härtefällen Ausnahmen zu, etwa wenn der Mieter aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt ziehen muss oder wenn sich Familienzuwachs ankündigt und eine größere Wohnung benötigt wird. Ein Härtefall ist auch, wenn der Mieter in ein Altenheim oder eine altersgerechte Wohnung ziehen will oder dauerhaft in ein Pflegeheim muss.Das Mietverhältnis darf aber nicht aus Gründen vorzeitig beendet werden, die der Mieter selbst herbeigeführt hat. Auch eine wesentliche Verringerung des Familieneinkommens stellt keinen Grund für die vorzeitige Beendigung eines langfristig abgeschlossenen Mietvertrages dar, urteilte das Landgericht Coburg (Az.: 33 S 94/01). Wenn der Mieter eine andere preisgünstige Wohnung gefunden hat oder in sein bezugsfertiges Eigenheim einziehen will, rechtfertigt dies ebenfalls nicht die vorzeitige Auflösung des Zeitmietvertrages.Vertrag prüfen lassenBietet der Vermieter einen Zeitmietvertrag an, sollte der Mieter sicherheitshalber Rat beim örtlichen Mieterverein suchen. Denn diese Mietverträge könnten in der Regel weder vorzeitig gekündigt werden noch gibt es für Mieter, die in der Wohnung bleiben wollen, einen Verlängerungsanspruch. Besser ist es, einen unbefristeten Mietvertrag abzuschließen, empfiehlt der Mieterverein München. Dabei gilt der Mietvertrag nicht etwa auf immer und ewig: Unbefristete Mietverträge sind ganz normale Mietverträge, bei denen die Mieter selbst entscheiden können, wann sie ausziehen. Die Kündigungsfrist für Mieter beträgt drei Monate. Somit sind sie auch für Berufstätige praktikabel, die ihrem Job hinterherziehen müssen.