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Vorsicht vor neuen Tricks von „Glückswolke 7“

Potsdam. Vor einer neuen Abzocke der Partnervermittlung „PV Glückswolke 7“ warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg, nachdem sie bereits 2011 auf Tricks dieser Agentur aufmerksam gemacht hatte. Obwohl inzwischen sogar die Staatsanwaltschaft Mainz wegen Betrugs ermittelt (Az. pm/gzn

: 3111 Js 3236/10), gehe die Partnervermittlung mit noch dreisteren Einschüchterungsversuchen auf Abzocktour.

Angeblich Schuldenminderung

"Mit der Vortäuschung enormer Schulden aus früheren Verträgen versucht man, ehemaligen Kunden einen neuen Vertrag als Entgegenkommen einzureden", warnt Verbraucherschützerin Sabine Fischer-Volk und rät: "Wer aus Angst unterschrieben hat, sollte den neuen Vertrag per Einwurfeinschreiben wegen arglistiger Täuschung anfechten und Strafanzeige bei der Polizei erstatten."

Mit einem angeblichen Zahlungsrückstand von 21 000 Euro aus einem früheren Vertrag schüchterte man Fischer-Volk zufolge eine Rentnerin aus Eberswalde telefonisch ein. Tatsächlich habe sie vor etwa neun Jahren einen Vertrag abgeschlossen, aber bald ordnungsgemäß gekündigt. Das dubiose Angebot: Bei einem neuen Vertragsabschluss reduziere man die "Schuld" auf 2900 Euro, die die Frau in Raten abzahlen könne; die Unterlagen samt Überweisungsträger hätten postwendend im Briefkasten gelegen. Ähnliches sei auch Verbrauchern aus Premnitz und Werder/Havel widerfahren.

"Partnervermittler können nach gängiger Rechtsprechung grundsätzlich ihre Honorare nicht bei Gericht einfordern. Außerdem sind Ansprüche aus bereits beendeten Verträgen nach drei Jahren ohnehin verjährt", klärt Juristin Fischer-Volk auf und empfiehlt: "Selbst bei jüngeren Verträgen sollte man Forderungen stets prüfen lassen, bevor sie vorschnell akzeptiert werden. Grundsätzlich müssen Verbraucher nur ,brauchbare' Partner vorschläge vergüten, die nach ihren zuvor mit dem Vermittler abgestimmten Wünschen unterbreitet worden sind."

Auch außerhalb von Brandenburg erlangte die Partneragentur "PV Glückswolke 7" nach Mitteilung der Landesverbraucherzentrale traurige Berühmtheit.

Frustration statt hoher Provision

Zu empörten Berichten über aggressive Kundenwerbung an Telefon oder Haustür kamen jene enttäuschter Werber der Agentur hinzu, denen hohe Provisionen vorgegaukelt wurden. Durch die Warnungen der Verbraucherschützer ermutigt, schilderten frustrierte ehemalige Vermittler ihre Erlebnisse: Sie waren auf eine Stellenanzeige der Firma, in der Außendienstmitarbeiter für einen bestehenden Kundenstamm gesucht wurden, hereingefallen und sollten ein Seminar in Leipzig für 1178,10 Euro besuchen. Dann wurden ihnen sogar bereits liierte oder aus anderen Gründen nicht vermittlungsbereite Kunden "zugeteilt". "Grundsätzlich sollten Arbeitsuchende die Finger von Jobangeboten lassen, bei denen man vorab für Seminare oder Ähnliches abkassiert wird", stellt Sabine Fischer-Volk dazu fest.

Wenn Rat gebraucht wird

Einen Tipp für alle Menschen, die einen Partner über eine Agentur suchen wollen: Mit dem Ratgeber-Buch der Verbraucherzentrale "Gesucht: Neue Liebe" zum Preis von 9,90 Euro können sich interessierte Leser gegen gängige Abzockmethoden von Partnervermittlungen wappnen.

Individuellen Rat erhalten Betroffene in den Verbraucherberatungsstellen. Terminvereinbarung: Tel. 01805 00 40 49 jeweils montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr (deutsches Festnetz: 14 Cent/Minute, mobil maximal 42 Cent/Minute).