Manche Firmen schönen auf Webseiten wie Kununu oder Jobvoting Einträge, um sich für Bewerber attraktiver zu machen. "Einen gefakten Eintrag erkennt man ganz leicht daran, dass er hauptsächlich aus Bewertungen besteht", sagt Gerhard Winkler, Bewerbungsberater aus Berlin. Kommen keine Fakten vor, dafür aber umso öfter Formulierungen wie "ich denke", "ich glaube", "ich finde", sollten User misstrauisch werden.

"Je spezifischer, je konkreter, je faktengebundener ein Eintrag ist, umso glaubwürdiger ist er." Eine sehr positive Bewertung heißt nicht gleich, dass sie gefälscht ist. Aber es sei wahrscheinlicher, dass sie echt ist, wenn der Nutzer besondere Vorfälle schildert und sein Lob damit begründet. "Es ist extrem kurzsichtig, wenn Sie Ihre Bewerbung nur von so einem Portal abhängig machen", warnt Winkler. Es sei immer ratsam, sich eine zweite oder dritte Einschätzung zu holen, etwa in Business-Netzwerken. Hat eine Firma in Job-Bewertungsportalen einen Ruf, der zu gut ist, um wahr zu sein, sollten Bewerber beim Vorstellungsgespräch besonders aufmerksam sein. Schon Kleinigkeiten könnten darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt: schlechte Umgangsformen, Unpünktlichkeit, miese Stimmung unter den Kollegen. Wer misstrauisch ist, sollte sich lieber direkt an einen Mitarbeiter der Firma wenden, etwa über Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Grundsätzlich sind Portale zum Bewerten des Arbeitgebers nach Winklers Ansicht hilfreich. "Weil sie ein kleines Gegengewicht zu den Firmen bieten."