Pressesprecher Stephan Breiding: "So einen Fall hatten wir bisher noch nicht - und wollen etwas ähnliches auch nicht wieder an einer unserer Schulen sehen." Ministerium und Landesjugendamt haben den Fall nach den öffentlich gewordenen Ereignissen geprüft. Einen Grund zum Einschreiten sehen sie allerdings nicht.Elsterwerda im FokusIn den Fokus war auch Heimleiterin Ina Dehmel aus Elsterwerda geraten. Sie hatte die beiden Kinder gemeinsam mit dem Vater während des Unterrichts aus einer Schule in Potsdam abholen wollen. Der Vater habe diesen Wunsch geäußert, nachdem ihm zuvor das alleinige Sorgerecht zugesprochen worden war. Allerdings eskalierte die Situation. Die Kinder setzten sich zur Wehr, riefen nach der Mutter. Das ganze gipfelte in einer einstündigen Auseinandersetzung auf offener Straße. Danach erhob die Großmutter der Kinder schwere Vorwürfe gegen die Heimleiterin: "Sie war zweimal aktiv, um die Kinder mit Drohungen und falschen Versprechungen zu entführen."Verfehlungen der Heimleiterin liegen laut Landesjugendamt aber nicht vor. "Wir bewegen uns hier in einer Grauzone. Das Landesjugendamt müsste nur einschreiten, wenn den Kindern in der Einrichtung Schaden zugefügt worden wäre", erklärt Ministeriumspressesprecher Stephan Breiding. Dort kamen die Kinder aber nach der gescheiterten Aktion in Potsdam nie an. "Wir sehen auch keinen Grund für eine Überprüfung", so Breiding. Aus behördlicher Sicht sei man sich einig: "Das ist einfach schief gelaufen." Die Situation sei allen entglitten. Auch die Heimleiterin habe nicht glücklich agiert. Aufklären müsse den Fall nun das zuständige Jugendamt Teltow-Fläming. Dessen Mitarbeiter war mit nach Potsdam gefahren, um zu verhindern, dass die vom Vater angestrebte Aktion eskaliert. "Dieser Versuch ist offensichtlich gründlich gescheitert", so Breiding. Die Anwesenheit des Jugendamtes habe die Probleme eher verschärft.Das grundlegende Problem des Sorgerechtsstreit ist nun erneut ein Fall für den Familienrichter. Der Vater pocht auf einen Rechtstitel, der ihm das alleinige Sorgerecht zuerkennt. Die Mutter sieht diesen als verwirkt an. "Die Auseinandersetzung zwischen den Eltern ist völlig entglitten", fürchtet Stephan Breiding. Dieses Dilemma müsse geklärt werden.Oma erstattet Anzeige"Das Drama muss zum Wohl der Familie beendet werden", fordert auch die Großmutter. Gleichzeitig legt sie allerdings nach: "In Elsterwerda hat man sich wohl schon über die dicke Kohle gefreut." Sie sieht die Heimleiterin in der Verantwortung und hat Anzeige erstattet: "Alle rechtlichen Schritte wurden erneut eingeleitet."