Wasseranschlüsse abdrehen, Stecker ziehen, Haussitter anheuern – wer nach dem Weihnachts- oder Skiurlaub wieder entspannt zu Hause ankommen will, sollte vor der Abreise die Wohnung reisefertig machen. Denn Mieter ist man auch im Urlaub. Wenn Mieter verreisen, haben sie sicherzustellen, dass sie ihren Pflichten nachkommen, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. „Miete, Nebenkosten, Strom und Gas müssen pünktlich bezahlt werden.“

Vertretung für Hausordnung und Streudienst sichern. Neben diesen klassischen Pflichten müssen auch alle anderen vertraglich geregelten Aufgaben erledigt werden. Denn die Regelungen des Mietvertrages gelten bei Abwesenheit des Mieters weiter. „Wer turnusmäßig während seines Urlaubes das Treppenhaus putzen oder Schnee fegen und bei Eis streuen muss, hat für Ersatz zu sorgen“, sagt Ropertz und empfiehlt in einem solchen Fall, den Nachbarn anzusprechen und zu tauschen. Denn wer seinen Pflichten nicht nachkommt, ist gegebenenfalls haftbar – etwa, wenn ein Passant auf dem Glatteis ausrutscht.

Wasser abdrehen, nicht benötigte Stromstecker ziehen. Für Schäden, die in der Wohnung bei Abwesenheit entstehen gilt: Wer sie als Mieter hätte vermeiden können, muss für den Schaden aufkommen. Bevor die Reise losgeht, sollten daher sicherheitshalber alle Wasseranschlüsse abgedreht und die Stecker von Fernseher, Radio und sonstigen Elektrogeräten abgezogen werden. Wasserschäden durch Rohrbrüche oder Wohnungsbränden durch Kurzschlüsse kann auf diese Weise vorgebeugt werden.

Heizung angemessen regulieren. Auch die Heizung sollten Mieter nicht vergessen. Zwar müssten die Zimmer während der Abwesenheit nicht auf 20 Grad erwärmt sein, doch ganz abgedreht sollte auch nicht sein. „Wenn Sie die Heizung komplett ausstellen und Rohre einfrieren, müssen Sie als Mieter Schadenersatz leisten“, betont Gerold Happ, Referent für Mietrecht beim Eigentümerverband Haus und Grund in Berlin. „Es reicht aus, wenn das Thermostatventil auf Frostschutz eingestellt wird.“ So sei sichergestellt, dass die Rohre nicht einfrieren und die Wohnung nicht völlig ausgekühlt ist, wenn man aus dem Urlaub zurückkehrt.

Bei Vertrauensperson Schlüssel deponieren. Keine Pflicht, aber dennoch sinnvoll ist es, während der Abwesenheit einen Schlüssel bei einer Vertrauensperson zu deponieren und den Vermieter auch darüber zu informieren. „In einem Notfall kommt der Vermieter so leichter in die Wohnung hinein“, erklärt Happ. Ohne Schlüssel könne es passieren, dass die Tür – auf Kosten des Mieters – aufgebrochen werden muss. Dies kann etwa dann passieren, wenn sich der Schlauch der Waschmaschine löst und es zu einem Wasserschaden kommt.

Andreas Mayer von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart empfiehlt, nicht nur für Notfälle einen Schlüssel zu deponieren, sondern auch zum Schutz gegen Einbrüche. „Am besten ist, die Wohnung oder das Haus durch Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder gegebenenfalls Haushüter bewohnen oder bewohnt erscheinen zu lassen.“ Diese Personen könnten nicht nur die Blumen gießen, sondern auch nach dem Rechten sehen und den Briefkasten leeren sowie in unregelmäßigen Abständen Rollläden, Vorhänge, Beleuchtung, Radio und Fernseher betätigen.

Als Alternative Zeitschaltuhren installieren. Eine Alternative zum Haussitter sind Zeitschaltuhren, die helfen, die Wohnung bewohnt erscheinen lassen. Türen und Fenster sollten fest verschlossen werden. Das Gegenteil gilt allerdings bei Rollläden. Diese sollten keinesfalls drei Wochen lang zu sein. Dadurch sehe das Haus verlassen aus. „Für Einbrecher ist das fast schon eine Einladung“, gibt Andreas Mayer zu bedenken.

Keine Hinweise auf Anrufbeantworter und im Internet hinterlassen. Tabu sind weiterhin direkte Hinweise auf die Urlaubs- oder die Ferienreise. Eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, bei sozialen Netzwerken im Internet oder auch per E-Mail-Assistent, der etwa verkündet, dass man erst in drei Wochen wieder zu erreichen ist, könnten Einbrechern wertvolle Informationen geben, lässt Andreas Mayer wissen.

Gute Nachbarn sind bester Schutz. Besser als jede andere Schutzmaßnahme ist bei häuslicher Abwesenheit wohl insbesondere gute Nachbarschaft. „Viele Einbrecher scheitern schon beim Versuch, weil ein Nachbar sie aufschreckt und die Polizei holt“, weiß Kriminal-Präventionsexperte Andreas Mayer aus der Praxis zu berichten.

dpaq.de/aN7H6