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| 01:43 Uhr

Von wegen Senioren-Fußball

Von wegen altes Eisen: Die ü 60-Mannschaft des 1. FC Guben in den grauen Trikots und die Frankfurter Regionalauswahl stellten sich nach der Siegerehrung gemeinsam zum Gruppenfoto auf. Frankfurt entführte den Oder-Neiße-Pokal mit einem 3:2-Sieg nach Golden Goal. Foto: Thomas Engelhardt
Von wegen altes Eisen: Die ü 60-Mannschaft des 1. FC Guben in den grauen Trikots und die Frankfurter Regionalauswahl stellten sich nach der Siegerehrung gemeinsam zum Gruppenfoto auf. Frankfurt entführte den Oder-Neiße-Pokal mit einem 3:2-Sieg nach Golden Goal. Foto: Thomas Engelhardt FOTO: Thomas Engelhardt
Dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören, haben am Samstag im Sportzentrum Kaltenborner Straße die Kicker zweier Ü-60-Mannschaften aus Guben und Frankfurt (Oder) bewiesen. In einem Spiel über zweimal 25 Minuten ermittelten sie auf einem verkleinerten Spielfeld den Gewinner des 1. Oder-Neiße-Pokals. Von Thomas Engelhardt

Der Frankfurter Detlef Tornau hatte die Initiative für dieses Spiel ergriffen. "Wir wollen damit an die Vergleiche von Kreisauswahlmannschaften anknüpfen, die bis zur Gründung der Bezirke in der DDR auf Nachwuchsebene ausgetragen wurden", so Tornau. Und Reiner Schulz, der auf Gubener Seite die Fäden in der Hand hielt, ergänzte: "Dies ist nur der Auftakt. Im kommenden Jahr wollen wir das Spiel wiederholen." Dann könne sich daraus sogar eine Spielserie entwickeln. Mannschaften aus Luckau und Bornim hätten bereits ihr Interesse bekundet. Dass die Partie mehr als nur ein Spaß unter älteren Fußballern war, beweist die Tatsache, dass das Spiel beim Brandenburger Landesverband offiziellen Charakter hatte. So musste Schiedsrichter Hans Schwan die Gubener Seite vor dem Anpfiff darauf hinweisen, dass sie noch einen Spielberichtsbogen auszufüllen hatte. Als Vertreter des Landesverbandes war Hartmut Gaudek angereist, der am Ende auch den Pokal überreichte.Kurz nach 13 Uhr betraten die Mannschaften den Platz. Gespielt wurde mit je einem Torhüter und acht Feldspielern. Während es sich bei den Gubenern um eine reine Mannschaft des 1. FC handelte, traten die Frankfurter als Regionalauswahl an. Neben Akteuren aus der Oderstadt standen so auch Spieler aus Booßen und Groß Lindow auf dem Rasen. Und noch einen Unterschied gab es: Während die Frankfurter Auswechselspieler mitgebracht hatten, saß auf der Gubener Bank kein einziger. So mussten die Neißestädter die konditionelle Herausforderung annehmen, durchzuspielen.Dies schien schnell zu einem Nachteil zu werden, denn schon nach sechs Minuten ging Frankfurt in Führung. Getreu dem Motto "Alter schützt nicht vor Ehrgeiz" gingen beide Teams äußerst engagiert zu Werke. Die Spieler feuerten sich immer wieder gegenseitig an, und auch die fußballtypischen Flüche blieben nicht aus. Und auch von außen erhielten die Akteure von den immer mehr werdenden Zuschauern Unterstützung.Nach der von den meisten Spielern sehnsüchtig erwarteten Pause, die nur fünf Minuten dauerte, drehten die Gubener das Spiel. Zunächst köpfte Werner Walker den Ball ins Frankfurter Netz, dann traf nach schöner Einzelaktion Matthias Jahn für die Neißestädter. Kurz vor Schluss überschlugen sich die Ereignisse. Während die Oderstädter drei Minuten vor Abpfiff einen Neunmeter zum 2:2 verwandelten, konnten die Gubener die gleiche Gelegenheit kurz darauf nicht nutzen: Eberhard Krischke zog das Leder vom Strafstoßpunkt aus knapp am Kasten vorbei.Die Entscheidung in der Verlängerung fiel schon nach gut einer Minute durch ein Golden Goal. Die Frankfurter nutzten einen Deckungsfehler der Gubener zum 3:2 und holten sich so den Pokal. Die Enttäuschung bei den Gubenern hielt sich allerdings in Grenzen. Viel mehr überwog die Freude über ein gelungenes Ü-60-Premierenspiel. Und vielleicht gelingt Guben im nächsten Jahr die Revanche.