Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg hat die Grafik an Bedeutung gewonnen. "Für die vielen Analphabeten erzählten Bilder Geschichten", sagt Anette Schiffner. Die Ausstellung macht mit Werken des bedeutendsten deutschen Grafikers des Spätmittelalters Albrecht Dürer bekannt. Gezeigt wird unter anderem eine Reproduktion von Dürers "Rhinocerus", der ältesten in Europa verbreiteten Abbildung eines Nashorns. Zu sehen sind aber auch bildliche Darstellungen von Pflanzen, Mineralien und Tierteilen. "Vom ersten Tag der Ausbildung an war für einen Apothekenlehrling das Erkennen von Heilpflanzen wichtig", weiß die Museumsleiterin. Denn Verwechslungen und Verfälschungen mussten vermieden werden.

Eines der beeindruckendsten Objekte der Ausstellung ist der im Jahr 1995 aufgelegte Reprint des Neuen Kräuterbuchs von Leonhart Fuchs aus dem Jahr 1543. Es enthält 516 Holzstiche und bringt 6,1 Kilogramm auf die Waage. Bewundernswert sind auch die Abschriften mehrerer Lehrbücher, die der spätere Apotheker der Adler-Apotheke Dahme Carl Ferdinand Justus Jacob im Jahr 1838 in makelloser Handschrift angefertigt hat.

In der Apotheke spielte aber auch Gebrauchsgrafik eine große Rolle. Dazu gehören Apothekenetiketten,Verpackungsmaterial wie Beutel, Schachteln, Kästchen und Geschäftspapiere, Rezepte, Privilegien, Urkunden, aber auch Briefmarken, Münzen und Exlibris. In der neuen Sonderausstellung werden auch diese Aspekte der Apothekengeschichte vorgestellt. So wird die Erinnerungsmedaille zum 825-jährigen Bestehen von Cottbus im Jahr 1981 gezeigt, auf der neben dem Stadtwappen eine Ansicht der Löwen-Apotheke zu sehen ist. Für Anette Schiffner und ihre Kolleginnen ist die neue Sonderschau die ideale Ergänzung zur Ausstellung "Schätze im Archiv - Vom Federkiel zum Datenträger", die heute im Rathaus eröffnet wird.

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