Die Polizei Hannover geht nun auch dem Verdacht der versuchten Erpressung nach.

Dem Schreiben, das bei Bahlsen und bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" eintraf, war ein Foto beigelegt: Es zeigt eine Person im Krümelmonster-Kostüm, das in einen riesigen goldenen Leibniz-Keks beißt. Die Spezialisten der Polizeidirektion prüfen nun, ob es sich um eine Fotomontage handelt. "Das wird noch einige Tage dauern", sagt Sprecherin Jacobe Heers am Mittwoch. Noch sei unklar, ob die wahren Keks-Diebe oder Trittbrettfahrer das Schreiben verfasst hätten.

In dem aus Zeitungsschlagzeilen zusammengeschnipselten Drohbrief verlangt das Krümelmonster, allen Kindern im hannoverschen Kinder-Krankenhaus Kekse zu schenken ("Aber die mit Vollmilch"). Die 1000 Euro Belohnung, die Bahlsen zur Ergreifung des Keks-Diebes ausgesetzt hat, sollen zudem an ein Tierheim gespendet werden.

Ist der Keks-Dieb mit sozialer Ader also etwa eine Art moderner Robin Hood? Foppt er gar die Polizei wie vor 20 Jahren Kaufhaus-Erpresser "Dagobert"? Im Internet wird bereits heftig über die Identität des schielenden Krümelmonsters diskutiert, das auf dem Foto eigentlich ein wenig an Kermit, den Frosch erinnert.

So absurd das alles scheint: Unternehmenschef Werner M. Bahlsen ist nicht zum Lachen zumute. "Es ist eine Straftat. Wir wollen, dass die Sache aufgeklärt wird", sagt der 63-Jährige. Mehrfach appelliert der Gebäckhersteller: "Wir wollen den Keks zurückhaben. Dieser Keks ist für unser Haus ein Symbol."