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Von Finsterwalde in die ganze Welt

Henning Lueg hat seine Flugzeuge von Eberswalde zum Finsterwalder Lausitz-Flugplatz verlagert. Foto: Babbe
Henning Lueg hat seine Flugzeuge von Eberswalde zum Finsterwalder Lausitz-Flugplatz verlagert. Foto: Babbe FOTO: Babbe
Finsterwalde. Die Sängerstadt rückt näher an die Hauptstadt heran. Air Tempelhof heißt ein Luftfahrtunternehmen, das sich jetzt auf dem Lausitz-Flugplatz angesiedelt hat. Von hier aus wird Deutschland, Europa, sogar die ganze Welt vom Flugzeug aus erkundet. Von Dieter Babbe

Mit einer Flotte von acht Flugzeugen ist Henning Lueg mit seinem Team vor kurzem auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz gelandet. In einem der Hangar, die noch die deutsche Wehrmacht vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet hat, stehen seine Maschinen - von der ein- bis zweimotorigen und einem Hubschrauber, bis zum größten Doppeldecker, wo neun Leute reinpassen.

Vor 15 Jahren hat Henning Lueg, der aus Bremerhaven stammt, in Berlin-Tempelhof ein Luftfahrtunternehmen gegründet. Geflogen sind seine Maschinen vom ehemaligen Militärflughafen Eberswalde-Finow. Von hier aus unternahm Air Tempelhof vor allem Vermessungsflüge im Auftrag von Firmen und Behörden. "Wir sind mit Kamera und Navigator unterwegs und überfliegen Großstädte oder Gebiete, machen dort Luftbilder, nach denen Karten angefertigt werden", erklärt der 54-Jährige. Piloten unternahmen zum Beispiel Flüge bis nach Bulgarien, wo eine Pipeline gebaut werden sollte. "Wir haben auch schon den Nil in Ägypten und die Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen vermessen", zählt Henning Lueg auf. In Deutschland erneuern die Katasterämter alle vier Jahre ihre Karten - genug Brot für den leidenschaftlichen Flieger, der gelernter Kraftfahrzeugmeister ist und vor 20 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Als seine Partner in der Betreibergesellschaft in Eberswalde-Finow den Flugplatz gewinnbringender als Standort für einen Solarpark vermarkten wollten, stieg Henning Lueg aus. Er erinnerte sich an seinen Geschäftspartner Eric Baues in Finsterwalde, der hier schon seit Jahren Flugzeuge wartet. "Wir waren oft in Finsterwalde mit unseren Flugzeugen, die jedes Jahr oder alle 100 Stunden zum ,TÜV' müssen. Baues ist eine von nur drei Adressen in Deutschland, wo spezielle Maschinen gewartet werden können", würdigt Lueg den Rang vom Lausitz-Flugplatz.

Seit wenigen Wochen richtet man sich im 3000 Quadratmeter großen Hangar 3 ein, eine Heizung muss eingebaut, die Elektrik völlig erneuert, die Fenster müssen abgedichtet werden. 400 000 Euro will man bei Air Tempelhof in die Hand nehmen, um bis zum Frühjahr aus der dicken Betonhalle für die Flugzeuge wie für die vier Festangestellten eine feste Bleibe zu machen. Dann wird man von hier aus vermehrt auch zu Rundflügen um und über Berlin und Dresden sowie die Tagebaulandschaft aufsteigen oder Geschäftsleute, die es von einem Termin zum anderen eilig haben, befördern.

Extremen Fluglärm werde sein Unternehmen im Finsterwalder Süden nicht verursachen, versichert Henning Lueg. "Im vorigen Jahr gab es auf dem Lausitz-Flugplatz ganze 300 Flugbewegungen - wir werden vielleicht 1000 im Jahr haben."