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Von der Nachtschicht direkt auf den Turm

Favorit Adrian Bednarski (27) aus Polen schaffte es am schnellsten auf den Aussichtsturm Grosskoschen.
Favorit Adrian Bednarski (27) aus Polen schaffte es am schnellsten auf den Aussichtsturm Grosskoschen. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Großkoschen. Beim 16. Turmlauf am Senftenberger See setzt sich der Sieger aus dem Jahr 2015 aus Polen durch. Er verfehlt den Rekord knapp. Mirko Sattler / sam1

Nicht nur die Urlauber des Familienparkes nutzen das sportliche Angebot des Lausitzer Seenlandes. Und so waren die zwei Kilometer Anfahrt zum Turmlauf für einige Teilnehmer schon die Aufwärmung, denn zum Ereignisort kam man entweder zu Fuß oder nur mittels Rad. "Wir veranstalten mittlerweile unseren 16. Turmlauf. War er anfangs für die Urlauber gedacht, ist er heute ein eingetragener Lauf im Rahmen der Tower Running Germany Laufserie", erklärte Chefkoordinator Olaf Schmidt.

Bei idealen äußeren Bedingungen und ausgelassener Stimmung unter den 41 Startern und zahlreichen mitgereisten Fans meisterten die Sportler die 180 Stufen zur Spitze des Aussichtsturms am Südufer des Sees souverän. Spannung war angesagt, da mehrere Sieger der Vorjahre gemeldet hatten. So war der Sieger aus 2015, Adrian Bednarski, wieder mit am Start. "Vor zwei Jahren habe ich gegen den Lokalmatador knapp mit rund 34 Sekunden gewonnen. Heute will ich wieder den ersten Platz machen", sagte der 27-Jährige aus Osiecznica/PL, der mit dem besseren zweiten Wertungslauf von 35,3 Sekunden den Rekord aus dem Jahr 2005 um eine Sekunde verfehlte.

Da sich die anderen Spitzenläufer nicht mehr steigern konnten, siegte Bednarski vor Lewicki, Trentzsch und Simon. "Es reicht nicht mehr. Ich bin außer Puste. Ich komme heute gerade von der Nachtschicht und habe daher nicht geübt", verriet Matthias Trentzsch nach dem ersten Wertungslauf. An seine Seriensiege vergangener Jahre, zuletzt 2014, konnte der Lipaser nicht anknüpfen.

Ging es bei einigen Sportlern um Wertungspunkte innerhalb der Laufserie, war es für andere nur eine sportliche Erfahrung. "Die Mama hat das alles hier eingefädelt. Sie selbst kann nicht dabei sein. Wir machen derzeit Urlaub bei Oma und Opa und wollten uns das hier mal anschauen", sagte der 40-jährige Mario Blersch aus Brandenburg bei Rosenheim, der mit seinen Kindern Maxim und Anita die sportliche Herausforderung wagte.

Bei den Frauen gab es ein spannendes Duell um Rang zwei. Am Ende konnte Laura Schadow aus Luckenwalde (49,9 s) den zweiten Platz vor der erst zwölfjährigen Charis Deparade (50,2 s) aus Glauchau verteidigen. Souveräne Siegerin wurde Antje Schreiber aus Senftenberg, die in 47,0 Sekunden zum vierten Mal den Pokal errang. Ihr Sohn Jonathan war erstmalig mit dabei und konnte gleich die Altersklasse M10-12 gewinnen.

Ein tolles Ergebnis erreichte Cedric Deparade (15 Jahre ) aus Glauchau, der in 39,6 Sekunden seine Altersklasse (M13-15) gewann und in der Gesamtwertung den fünften Platz belegte. Bemerkenswert auch die Wiederholungstäter Reiner Schneegaß aus Leipzig (69 Jahre) in tollen 46,8 Sekunden und der mittlerweile 76-jährige Dietmar Jähnchen aus Meuro, der in 59,4 Sekunden die Minutengrenze unterbot.

Die Strecke für Kinder bis neun Jahre führte über 116 Stufen zum Zwischenpodest des Turms. Hier waren auch die Jüngsten am Start. Der vierjährige Ben Trentzsch, Sohn des mehrmaligen Siegers, gab quasi seinen Einstand und gewann die Altersklasse U7 vor Maxim Blersch (ebenfalls vier Jahre). Schnellster auf den 116 Stufen war Felix Schütze aus Krähberg in 34,4 Sekunden.

Zum Thema:
Weiblich U7 Josy Kühnel (41,6 s), 7 bis 9 Jahre Anita Blersch (39,7 s), 10 bis 12 Jahre Charis Deparade (50,2 s), 13 bis 15 Jahre Kim Herzog (57,1 s), 16 bis 39 Jahre Laura Schadow (49,9 s), 40 bis 59 Jahre Antje Schreiber (47,0s)Männlich U7 Ben Trentzsch (58,2s), 7 bis 9 Jahre Felix Schütze (34,4s), 10 bis 12 Jahre Jonathan Schreiber (62,1 s), 13 bis 15 Jahre Cedric Deparade (39,2s), 16 bis 39 Jahre Adrian Bednarski (35,3s), 40 bis 59 Jahre Siegfried Flor (40,9s), Ü60 Reiner Schneegaß (46,8s).