Was seit 1997 im Industriepark passiert ist, präsentierte Verwalter Rechtsanwalt Rolf-Dieter Mönning am Montag beim 3. Tröbitz-Tag. Und er setzte nicht nur Günter Baaske (SPD), Brandenburgs Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie, in Erstaunen. ,,Aus einer Industrieruine ist hier eine wunderbar erschlossene Gewerbestruktur entstanden", stellte Baaske nach einem Rundgang durch mehrere Werkhallen fest. ,,Das hat viel mit innerer Einstellung der Unternehmer zu tun. Man braucht sich untereinander, hat verlässliche Netzwerke aufgebaut. Das Beispiel sollte Schule machen", zollte er dem Industriepark Anerkennung.

Rechtsanwalt Mönning erinnerte an die Anfänge mit 17 Mitarbeitern im Jahr 1997. Jetzt beschäftigen die derzeit 13 Firmen insgesamt 285 Menschen. ,,Ein großer Erfolg der Unternehmen, die viel Eigeninitiative zeigen", lobte er. Zu verwerten sei jetzt lediglich noch das ehemalige Verwaltungsgebäude, zog er Bilanz.

Umfangreiche Investitionen von reichlich fünf Millionen Euro in eine moderne Infrastruktur des zwölf Hektar großen Geländes haben diesen Weg geebnet. Dabei wurde der notwendige Eigenanteil der Gemeinde aus der Insolvenzmasse finanziert - eine bis heute einmalige Lösung. Überzeugungsarbeit habe man nicht zuletzt im Wirtschaftsministerium, wo man Südbrandenburg zunächst nicht als Schwerpunktort sah, leisten müssen. Von einer ,,guten Auftragslage", sprach Montag Dieter Lange, Geschäftsführer der HQM Rohrleitungssysteme GmbH, zuvor Sachsenring Fahrzeugtechnik GmbH. 2010 rechne er mit einem Umsatz von elf Millionen Euro, im vorigen Jahr waren es acht Millionen Euro. 49 Mitarbeiter arbeiten im Drei-Schicht-System, viele kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Brems-, Kraftstoff-, Druckmessleitungen für Rußpartikelfilter sowie Steuerleitungen für namhafte Kfz-Hersteller werden hier gefertigt.

Dickwandige Rohre beispielsweise lässt HQM nebenan bei der neuen TST Tröbitz System Technik GmbH biegen, Spezialist für Maschinen- Landmaschinen- und leichten Stahlbau. Auch Schweißarbeiten werden dort beauftragt. Reno Janke, TST-Geschäftsführer, ist über die Krise mit nur geringfügiger Kurzarbeit gekommen, spricht jetzt aber von Liquiditätsproblemen. Zukunftsweisend ist die Zusammenarbeit mit der Hochschule Lausitz. Ralf Winkelmann, Professor für Fertigungstechnik erklärt: ,,Mit Studien- und Abschlussarbeiten können die Studenten langfristig auf die Arbeit bei TST vorbereitet werden. Und es können Technologien entwickelt werden, mit denen TST die Produkte besser vermarkten kann." 25 Mitarbeiter, darunter viele Frauen, hat sich TST durch eine enge Kooperation mit dem Jobcenter Elbe-Elster herangezogen. Dritter Partner bei der Qualifizierung ist die RAG Bildung GmbH, die inzwischen vor Ort in Tröbitz ausbildet.