Denn es ist ausgerechnet Andreas von Bechtolsheim, der mit den Tücken der Technik kämpft. Der 59 Jahre alte, schlaksige Mann ist nicht nur ein ausgewiesener Computerexperte - er ist auch einer der erfolgreichsten deutschen Unternehmer in den USA.

Das New Yorker Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Vermögen auf rund vier Milliarden US-Dollar. Andreas von Bechtolsheim, den alle hier "Andy" nennen, tritt ruhig, beinahe zurückhaltend auf. In Deutsch mit einem leichten amerikanischen Akzent erzählt er, was ihn vor 40 Jahren in die USA trieb und was seiner Ansicht nach das kalifornische Silicon Valley ausmacht.

Geboren wurde von Bechtolsheim in Hängeberg am bayerischen Ammersee, Abitur machte er in Lindau am Bodensee. Seine Mutter war Hausfrau, sein Vater arbeitete als Volksschullehrer. 1974 wurde er Bundessieger im Fachgebiet Physik bei "Jugend forscht" mit einer Arbeit zur Strömungsmessung durch Ultraschall.

Mit einem Stipendium in der Tasche ging der Student 1975 in die USA, weil ihm die Computerausstattung an den deutschen Unis und die Computerindustrie insgesamt in Deutschland zu rückständig waren. Nach einem Master in Informatik kam der junge Computerfreak als Doktorand an die Universität in Stanford. Dort entwickelte er einen vernetzbaren Arbeitsplatzrechner als leistungsstarke Alternative zu den damals üblichen Großcomputern.

Zur Vermarktung gründete er mit Mitstreitern 1982 die Firma Sun Microsystems, die sich zu einem der größten Server-Hersteller der Welt entwickelte und später von Oracle geschluckt wurde. Von Bechtolsheim hob weitere Unternehmen mit aus der Taufe und investierte in Startups - so gab er den beiden Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin 1998 ein Startkapital von rund 100 000 Dollar, weil ihn die Idee einer Internet-Suchmaschine sofort anfixte. In mehr als hundert Firmen hat der 59-Jährige nach eigenen Angaben mittlerweile investiert.

Ideen für neue Geschäfte habe er viele, sagt der umtriebige Mann. "Aber im Moment habe ich keine Zeit für eine neue Firma."