Ihre Lotterie ist nicht die einzige dieser Art auf der Balearen-Insel. In S'Alqueria Blanca an der Südküste verlost ein anderes deutsches Ehepaar sein Heim, dessen Wert mitsamt Grundstück auf zwei Millionen Euro beziffert wird. Auch in anderen Ländern kommt die Immobilien-Verlosung in Mode. In Österreich zum Beispiel wurde kürzlich eine Villa in Klagenfurt so angeboten. Der Gewinner erfuhr von seinem Glück auf einem Zahnarztstuhl. In Kroatien ist gar ein gesamtes Landgut mit dazugehörigen Weinbergen zu haben. Auch aus den USA wird von Immobilien-Lotterien berichtet. In Deutschland steht das staatliche Lotterie-Monopol Hausverlosungen entgegen. In Spanien aber machte der Staat bislang keine Einwände geltend. Auch in Mallorcas Inselhauptstadt Palma soll ein Chalet per Verlosung den Besitzer wechseln. Die Gewinnchancen bei der Haus-Lotterie seien millionenfach höher, als im Lotto sechs Richtige zu bekommen, preisen die aus Österreich stammenden Besitzer die Lose für ihr Chalet an, dessen Wert sie mit 1,17 Millionen Euro angeben. Das Prinzip der - unabhängig vonein ander stattfindenden - Verlosungen ist in allen drei Fällen dasselbe: Die Lose kosten jeweils 99 Euro; die Einnahmen gehen auf Treuhandkonten; sobald eine festgesetzte Zahl von Losen verkauft ist, findet unter Aufsicht eines Notars die Ziehung statt. Sollten nicht genügend Lose abgesetzt werden, erhalten die Loskäufer ihren Einsatz zurück, allerdings unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr. "Mit den Verlosungen hat sich ein neuer Trend entwickelt", sagt Christian Lischke. "Infolge des Baubooms gibt es auf Mallorca ein Überangebot an Immobilien in allen Preisklassen." Zudem hielten die Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie der hohe Hypothekenzins Kaufinteressenten ab. Lischke will seine Finca verkaufen, weil ein von ihm betriebenes Restaurant ihn so in Anspruch nimmt, dass für die Arbeiten am Haus wenig Zeit bleibt und er nur selten dazu kommt, auf seiner Terrasse den Blick auf das Meer schweifen zu lassen.