In seinem Stück "Postument II" für Klarinette, Violine, Cello und Klavier lässt Pogoda zu Beginn das Klavier völlig außen vor. Harmonisch, fast emotional verbunden finden sich die drei anderen Instrumente in gemeinsamen Harmonien wieder und erzeugen eine wohltuende Stimmung im Raum. Plötzlich dringt das Klavier mit neuen, eindringlicheren Tönen in diese Präsenz ein und erhebt deutlich und lautstark seinen eigenwilligen Anspruch. Vorsichtig, ja beinahe zaghaft folgen nun die anderen Instrumente der Forderung, und es scheint fast eine neue Form der Gemeinsamkeit zu entstehen. Doch die Zeit ist noch nicht reif. Ist es die Furcht der anderen oder die Angst vor der eigenen Courage? Hilflos zieht sich das Klavier aus der Gruppe zurück und überlässt das Feld wieder den Ängstlichen allein, doch deren verbundene Harmonie hat einen neuen Klang bekommen. Eine außerordentlich emotionale Komposition.Hinc Roj (Heinz Roy) hat seine Romanze für Klarinette, Violoncello und Klavier komponiert. Er beginnt mit einer munteren Auseinandersetzung zwischen Klavier und Klarinette einerseits und dem Cello andererseits, die am Ende das Streichinstrument für sich entscheiden kann. Es übernimmt die Führung. Dem weiteren harmonischen Verlauf versucht sich die Klarinette immer wieder mit neuen Impulsen zu entziehen, wird jedoch zum Schluss von den deutlichen Klängen der beiden anderen Instrumente in eine Art gemeinsame Sachlichkeit eingesogen. Neben dem beeindruckenden "Andante Sostenuto" für Violine und Klavier des 2007 verstorbenen Komponisten Jan Rawp (Jan Raupp), bei dem Paul Rosner seine Virtuosität an der Violine zeigen konnte, und der außerordentlich emotionalen "Sorbischen Rhapsodie" von Bjarnat Krawc (Bernhard Schneider) gab es noch Detlef Kobjelas wunderschönes Stück "Nänia" (Nenia), eigentlich für Bratsche und Streichorchester geschrieben, in einer Fassung mit Klavier, die aber nicht vollends überzeugen konnte. Insgesamt jedoch ein eindrucksvolles Konzert, dem auf seiner Tournee durch die Lausitz viele Zuhörer zu wünschen sind. Gefördert wird diese Gastspielreise durch die Stiftung für das sorbische Volk.