Morgens halb vier in Doberlug-Kirchhain. Tatort VfB-Gaststätte, Kleines Rathaus. Noch immer hallt es aus den versteckten Winkeln "Landesmeister wird nur der VfB", da kommen die restlichen Spielerinnen um die Ecke und verlassen die spontane Meisterfeier allmählich Richtung Zuhause. Ja, auch im Feiern zeigte das Team aus der Gerberstadt mit den Verantwortlichen und Fans meisterliche Züge. Hinter ihnen lag ein harter Arbeitssieg. Der VfB musste diese entscheidende Partie ohne ihre Spielmacherin Stephanie Reinold bestreiten. Den besseren Start erwischte der Gast aus der Landeshauptstadt, der mit 3:1 in Führung ging. Den VfB-Spielerinnen war die Nervosität anzusehen. Reihenweise wurden Abspielfehler und vergebene Torwürfe produziert, doch Jennifer Böhme konnte zum 3:3 ausgleichen. In der zehnten Minute war es Katrin Liegat, die ihr Team das erste Mal mit 4:3 nach vorn brachte. Die Antwort der Gäste sollte nicht lange auf sich warten lassen, sie gingen prompt mit 6:4 in Führung. Bis zum 12:12 entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Zum Ende des ersten Abschnitts erzielte Doreen Behrendt doch noch eine 14:12-Führung für den VfB.In der zweiten Hälfte bauten die Gastgeber nun Schritt für Schritt ihren Vorsprung über 17:14 und 21:17 aus und verwalteten diesen gekonnt. Zwar versuchten die HSC-Spielerinnen immer wieder zu verkürzen, doch das Vorhaben machte eine bärenstarke Anne Schlosshauer im VfB-Gehäuse zunichte. Allein vier Siebenmeter konnte sie Mitte des zweiten Abschnitts entschärfen. Als Susi Rambow den fälligen Siebenmeter zum 24:19 verwandelte und ihr Team damit erstmals mit fünf Toren in Führung brachte, gab es auf den Zuschauerrängen kein Halten mehr. Erstmals hallte es durch die Stadthalle "Landesmeister wird nur der VfB". Als dann Doreen Behrendt den 26:21-Endstand herstellte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Einen Wermutstropfen gab es für die frisch gebackenen Landesmeisterinnen aber dann doch: Sehr emotional verabschiedeten sie sich von ihrem Trainer René Büchl. Dann standen das Sektspritzen und Feiern des Meistertitels im Vordergrund. red/Boxhorn