Bis Mitte Februar soll der Vertrag zwischen der Stadt Vetschau und dem neuen Veranstalter des diesjährigen Stadtfestes unterschrieben sein. Von insgesamt vier Bewerbern hat das ORG Büro Berlin den Zuschlag bekommen, gemeinsam mit dem Vetschauer Knut Petrick das erste August-Wochenende auf die Beine zu stellen. Beide haben Erfahrung in solchen Dingen. Der Berliner organisiert nach eigenen Angaben seit 35 Jahren Veranstaltungen, darunter auch solche mit Stadtfestcharakter. In das Vetschauer Fest will er Akteure und Händler der Stadt und der Umgebung einbeziehen. Damit soll dem Stadtfest einen starken regionalen Bezug bekommen.

Der Berliner knüpft seine Zusammenarbeit mit der Stadt allerdings an die Bedingung, die Innenstadt-Fläche nach seinen Vorstellungen nutzen zu können. Das heißt unter anderem: Es wird kein Zelt wie in den vorangegangenen Jahren geben. Das hat zum einen den Grund, Kosten zu sparen, zum anderen soll die Marktplatzfläche dadurch besser einsehbar sein. Außerdem könne der Marktplatz durch eine offene Bühne vor dem Ratskeller effektiver genutzt werden. Es böten sich damit ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten.

Wenn Vetschau sich auch offen gegenüber Neuem zeigen will, so stoßen diese Ideen nicht bei jedem gleich auf Gegenliebe. Beispielsweise lehnen Mitglieder des Vetschauer Sozialausschusses ab, auf ein Zelt zu verzichten. Wie, so fragen sie, soll das gehen, wenn es regnet? Einer der Fragenden ist Christoph Schneider (CDU-Fraktion): "Ein Stadtfest, das ins Wasser fällt, kann ich mir nicht denken", sagt er. Margitta Schippel (SPD), die seit Jahren die Senioren an der Kaffeetafel mit betreut, hat ihrerseits Bauchschmerzen: "Voriges Jahr hatte es schon ein kleineres Zelt gegeben, da fühlten sich einige Senioren wie ausgesetzt. Es werden auch Bewohner des Pflegeheims zum Fest kommen. Deshalb wäre ein Zelt doch überlegenswert." Als "ein großes Wagnis" bezeichnet Hans-Otto Netzeband (Die Linke) die Idee, ohne ein Festzelt auszukommen.

Ina Mütze ist sachkundige Einwohnerin im Ausschuss und gleichzeitig Ortsvorsteherin in Laasow. Wie sie sagt, begleitet sie bereits im achten Jahr Treckertreffen und Reiterfest. Die Laasower hätten gespart und sich Zelte für solche Anlässe gekauft. Die Stadt Vetschau hat wie für jedes bisherige Stadtfest auch, zunächst 7000 Euro in den Haushalt eingestellt, "die jedoch nicht zwingend ausgegeben werden müssen", sagt Frank Schulz, amtierender Fachbereichsleiter Ordnung/Soziales.

Christiane Zimmermann, sachkundige Einwohnerin, erinnert noch einmal an Pleiten, Pech und Pannen beim Stadtfest 2012. So habe Vetschauer Flair beim Fest gefehlt, die Stadt sei nahezu abgeriegelt gewesen. Beschallung und Akustik hätten nicht funktioniert. Auf der großen Bühne war die Technik ganz und gar ausgefallen. Das Helene-Fischer- und gleichzeitige Lady-Gaga-Double hatte auf der Autobahn festgesessen und - wie es in der Auswertung wenig später hieß - am Abend auf der Bühne nicht die große Show abgeliefert.

Was auch heute noch nicht zufriedenstellend funktioniert, ist die Stromversorgung bei Festen. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden, so Kanzler.