Eine einfache Szene, die aber fünf Mal gedreht wird: Mal war die Tonne nicht richtig zugeworfen worden, mal waren im Hintergrund Autogeräusche hörbar. Dies hätte nun gar nicht in einen evakuierten Ort gepasst, denn die beiden Alten sind entgegen aller Warnungen und Aufforderungen nach einer Kernkraftwerks-Katastrophe daheimgeblieben. Sie wollen auf ihre alten Tage den Ort ihrer Liebe nicht verlassen.

„Wir drehen viele Szenen in Burg und haben zufällig diese maroden Gebäude hier entdeckt. Die Fenster und Türen sind vernagelt, die Kirchstraße wirkt an sich schon gespenstisch“, erklärt Sophie Bierend die Wahl des Ortes. An ihrer Seite die Studenten Philipp Assauer, der als Kameramann arbeitet, und Sarah Spindler. „Ich bin die Scriptcontinuity und dafür verantwortlich, dass die Bilder stimmen. Wir drehen ja den Film nicht chronologisch. Meine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Darsteller auch am nächsten Tag beim Fortsetzungsdreh noch genau so aussehen, wie vorher“, erklärt die Filmstudentin im fünften Semester.

Der Film gilt als Abschlussarbeit der Studenten. „Wir bekommen dafür zwar Noten, aber viel wichtiger ist uns das geschaffene Werk. Uns muss es gefallen, dann war es auch gut“, gibt sich Sophie Bierend selbstbewusst. In der Drehpause erscheint Stefanie Kummer, die Produktionsleiterin: „Wir sind mit unserer Idee hier in Vetschau offen empfangen worden. Monika Kuhla vom Ordnungsamt hat für uns alles geregelt.“

An den Absperrungen haben sich Zuschauer eingefunden, darunter der Vetschauer Karsten Rasch: „Das die so viel Ruhe brauchen und alles so oft drehen, dass hätte ich nicht gedacht. Und wie die mit Licht aus dem Nebeltag einen Sonnenuntergang machen – erstaunlich.“