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Verzicht auf Rentenansprüche nach Scheidung gut durchkalkulieren

Koblenz. Paare sollten bei einer Scheidung nicht vorschnell auf den Versorgungsausgleich verzichten. Das gilt besonders, wenn sie länger verheiratet waren. dpa/sm

Denn sollte die Ehefrau dann auch noch im Sinne der Kinder bei der eigenen Karriere zurückgesteckt haben, könnte sie durch eine solche Entscheidung benachteiligt werden, warnt die Rechtsanwaltskammer Koblenz. "Die Frau konnte dann während der Ehe nur wenige Rentenansprüche aufbauen", erklärt Nicolette Thönnes, Fachanwältin für Familienrecht.

Grundsätzlich gilt: Wenn sich Paare scheiden lassen, werden nicht nur die Vermögenswerte, sondern auch die Rentenansprüche zwischen beiden aufgeteilt. Es sei denn, beide einigen sich auf eine andere Lösung.

So kann beispielsweise einer die gemeinsame Eigentumswohnung bekommen und der andere dafür seine Rentenansprüche behalten - dann verzichten beide auf den Versorgungsausgleich. Um Ungerechtigkeiten zu verhindern, sollten beide Ehepartner sich diesen Schritt genau überlegen. Letztlich müssen der Wert der Wohnung und die angesparten Rentenansprüche im gerechten Verhältnis zueinanderstehen. "Das ist nicht immer der Fall, besonders nicht, wenn die Immobilie möglicherweise noch mit Schulden belastet ist", erklärt Thönnes.