. ." hat mich stutzig gemacht. (. . .) Da haben sich die Herren Bronisch und Protze in die Spur begeben, um der Niederlausitz den eigenen Dialekt nachzuweisen. Schön und gut. Im Laufe der Zeit ändert sich so manche Ansicht. Bislang nämlich ist gern und oft die Meinung vorherrschend gewesen, in unserem Gebiet bestehe kein Dialekt. Dafür aber werde ein relativ gutes Hochdeutsch gesprochen, was durch die Nähe von Meißen - Torgau - Wittenberg im Westen bedingt sei. Möglicherweise müssen wir aber doch umlernen unseres Sprechens wegen. Zwar unterliegt unsere Sprache bestimmten Normen und Regeln, die in der Schule gelehrt und dann auch eingehalten werden sollten. Ob und wie sich jeder daran hält, ist eine andere Sache. Nicht immer reicht das Wissen aus, es kommt zu Verwechslungen, Verstümmelungen, zu falschem Sprachgebrauch. Meist wird gesprochen wie einem "der Schnabel gewachsen ist". Und das kann von Dorf zu Dorf anders sein.

Ist es auch! (. . .) Zu einigen Aussagen im Artikel möchte ich dennoch etwas zum Ausdruck bringen. Nicht "i" wird mitunter zu "e", sondern der Doppellaut "ei" wird verstümmelt zum "ee", ebenso das "au" zum "oo". (. . .) In bestimmten Wörtern wird es gemacht, in anderen, möglicherweise der Mehrzahl, geschieht‘s eben (noch?) nicht. Ein "Eisbeen" lässt man sich servieren, ein "Eesbeen" aber nicht. Vom "Boom" fallen kann Laub, "Loob" hingegen habe ich noch nie gehört oder doch? Sprache lebt, verändert sich. (…)

Bisher nicht aufgefallen ist mir außerdem der Artikel-Wegfall. Freilich geht man auf Arbeit und auf Schicht, in die Schule, Büro, Disco sagt weit und breit niemand. Wo bei "Fahren wir mits Rad" der Artikel fehlen soll, ist mir auch nicht klar. Eher sehe ich hier Mängel in der Grammatik-Beherrschung. Dabei fällt mir folgendes geflügelte Wort längst vergangener Zeiten ein. Jugendliche waren seiner Zeit oft unterwegs "mits Rad und 's Bemmpaket offs Dorf beis Meechen".