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| 01:28 Uhr

Vertrag sichert Palliativ-Versorgung

Die Versorgung unheilbar erkrankter Menschen in Cottbus und dem Spree-Neiße-Kreis soll sich verbessern. Deshalb haben die Krankenkassenverbände in Brandenburg und die Cottbuspflege das Palliativteam gegründet. Ziel ist unter anderem, das Versorgungsgebiet deutlich auszudehnen. Von Ulrike Worlitz

Im Mittelpunkt der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung - SAPV genannt - stehe die Betreuung im Haushalt oder in der Familie, um sterbenden Menschen ein würdevolles Leben bis zum Ende zu ermöglichen, sagt Annette Wallenburg, Leiterin der Cottbuspflege. Die neue Vereinbarung soll die ambulante Versorgung Betroffener auf hohem medizinischen und pflegerischen Niveau sichern. Die Mitarbeiter nehmen den Angehörigen jegliche belastende Arbeit in der schweren Zeit ab - von der Antragstellung bis zur Festlegung der medizinischen Versorgung. Das Palliativteam kooperiert dabei unter anderem mit dem Fachpflegedienst des Stadthospizes, den Kliniken in Cottbus, Forst und Spremberg sowie mit Seelsorgern, Pflegekräften und Medizinern verschiedener Disziplinen. Diese haben eine spezielle Ausbildung in der Palliativmedizin absolviert. Das Stadthospiz in der Bahnhofstraße in Cottbus begleitet bereits seit 13 Jahren Menschen in den Tod. Die ambulante Betreuung wurde vor sieben Jahren gegründet. Die meisten Menschen werden laut Annette Wallenburg zu Hause im Kreis der Familie auf ihrem letzten Weg begleitet. Um rund 40 Fälle kümmern sich die Mitarbeiter derzeit. "Ein funktionierendes Netzwerk haben wir uns über die Jahre schon aufgebaut", sagt Wallenburg. Doch die neue Vereinbarung mit den Krankenkassenverbänden gründe erstmals auf der seit dem Jahr 2007 bundesweit gültigen, gesetzlichen Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses, wonach jeder Versicherte Anspruch auf eine SAPV hat. Barbara Dube, Anästhesistin und Schmerztherapeutin, stemmt die ärztliche Leitung des Palliativteams. Die Cottbuspflege unterstütze sie schon seit mehr als zehn Jahren. "Fachlich haben wir immer zusammengearbeitet", sagt sie. Der neue Vertrag gebe der Arbeit jedoch eine offizielle Struktur und lege Zuständigkeiten fest. Einmal wöchentlich trifft sich das Kernteam jetzt zur Beratung, um Behandlungstherapien für Patienten festzulegen. Derzeit gehören ihm fünf Ärzte an. Mit sieben weiteren würden Kooperationsverträge ausgehandelt.Dank des Vertrages gelten neue, pauschale Vergütungsregeln für das Personal. Zudem ermögliche er, dass Patienten und Angehörigen beim Pflegedienst 24 Stunden ein Ansprechpartner zur Verfügung steht. "Das wird nicht häufig genutzt", so Barbara Dube. "Doch allein, dass die Menschen die Sicherheit haben, sie könnten jederzeit bei uns anrufen, hilft ihnen." Ziel der Vereinbarung ist laut Dube und Wallenburg auch die räumliche Ausweitung der Versorgung. Der Radius soll von bislang rund 20 bis 30 Kilometern auf 40 erhöht werden. "Dafür muss die Zusammenarbeit mit Fachkräften im Umland verbessert werden", sagt Dube. "Wir brauchen Kooperationspartner - alleine können wir die Arbeit nicht schultern." Laut Wallenburg ist ein Vertrag mit einer Palliativärztin in Vetschau in Arbeit. Brandenburg liegt bei der Umsetzung der gesetzlichen Richtlinie bundesweit vorne. Das sagt Dieter Heß, Teamleiter ambulanter Leistungen der AOK Berlin-Brandenburg. Das Palliativteam Cottbus/Spree-Neiße ist demnach das sechste im Land. Ähnliche Verträge seien in Neuruppin, Frankfurt (Oder), Brandenburg/Havel, Luckenwalde und Bad Saarow geschlossen worden. "Wir hoffen, bis Ende 2010 die restlichen Regionen im Land zu erschließen", sagt Heß. Notwendige Grundlage seien funktionierende Netzwerke vor Ort.