Aus einem Hausverkauf erhalten wir eine größere Summe. Welche Anlage ist die richtige für uns?
Das hängt von Ihren Anlagezielen, von dem vorgesehen Anlagezeitraum und von Ihrer Risikobereitschaft ab. Teilen Sie die Anlagesumme auf, um nicht alles auf eine Karte zu setzen. Sprechen Sie mit Ihrem Berater, der in einem persönlichen Gespräch die zu Ihnen und Ihren Wünschen passenden Anlageprodukte vorschlagen kann. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen gleich ein Produkt empfohlen wird, ohne Ihre Anlageziele zu besprechen. Beachten Sie auch steuerliche Aspekte.

Warum halten die Banken die Zinsen so niedrig?
Nicht die Banken drücken die Zinsen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und damit auch die Zinsen. Die Rettungspakete der Staaten für die Krisenländer und Staatsanleihekäufe der Notenbanken sorgen für eine Geldschwemme und drücken damit die Zinsen.

Kann ich bald wieder mit steigenden Zinsen rechnen?
Leider nein. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hat bekräftigt, dass die EZB die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig halten will. Daran ändert auch die leichte Zinssteigerung bei Bundesanleihen nichts, die in den vergangenen Monaten stattfand.

Was heißt "finanzielle Repression"?
Die Regierungen der Industrieländer, die oft hoch verschuldet sind, haben seit etwa 2010 oder 2011 mit Unterstützung ihrer Notenbanken das Zinsniveau unter die amtliche Inflationsrate gedrückt. Somit gleichen die Zinsen für sichere Anlagen nicht mehr die allmähliche Entwertung der Ersparnisse durch die Teuerungsrate aus. Das ist ein erprobtes Mittel, die Staatsverschuldung zu Lasten der privaten Vermögen der Bürger zu senken. Dieser Vorgang wird auch finanzielle Repression genannt.

Mit welchen Anlagen kann ich eine Rendite erzielen, die nach Steuern höher ist als die Inflationsrate?
Das geht nicht mit herkömmlichen Spar- oder Festgeldkonten und auch nicht mit Bundeswertpapieren. Wer einen realen Vermögenserhalt will oder gar eine reale Rendite auf sein gespartes Geld, der muss sich Anlagen zuwenden, die ein gewissen Risiko haben. Dazu gehören insbesondere Immobilien, Hochzins- und Währungsanleihen, Aktien und Rohstoffe.

Welche Anlage ist denn die beste, wenn ich eine höhere Rendite haben möchte?
"Die beste" gibt es nicht. Jede Anlageform hat ihre speziellen Chancen und Risiken. Und niemand weiß, was die Zukunft bringt. Auch in der Vergangenheit gab es keine Anlage, die zum Beispiel über zehn Jahre hinweg immer die beste war oder immer zu den besten gehörte. Deshalb ist es wichtig, das Vermögen nicht einseitig anzulegen, sondern breit zu streuen, um von allem etwas zu haben. So lassen sich Risiken mindern. Die für Sie persönlich "richtige" Vermögensmischung zu finden, lässt sich in einem Beratungsgespräch mit Ihrer Bank klären.

Für meinen einjährigen Enkel möchte ich monatlich 50 Euro sparen. Welche Anlage empfehlen Sie, wenn das Geld langfristig gute Renditen bringen soll?
Für einen langfristigen Vermögensaufbau sind Fondssparpläne gut geeignet. Sie sind sehr flexibel, denn die Sparrate kann jederzeit geändert oder auch ausgesetzt werden und es können Sondereinzahlungen vorgenommen werden. Es muss keine feste Laufzeit vereinbart werden, das Kapital bleibt frei verfügbar.

Welche Fonds bieten die höchste Rendite?
Auf lange Sicht waren mit breit streuenden Aktienfonds die höchsten Renditen möglich. Allerdings muss man dabei Wertschwankungen aushalten können. Und eine Garantie für künftige hohe Renditen gibt es nicht. Dennoch dürften auch künftig Aktienfonds hohe Renditechancen haben.

Ich habe Anteile an einem offenen Immobilienfonds. Jetzt habe ich was von Mindesthaltedauer und Kündigungsfristen gehört. Betrifft mich das?
Seit dem 1. Januar 2013 gilt für Käufe eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren und eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten, bei Freibeträgen von 30 000 Euro je Kalenderhalbjahr. Die Freibeträge sind dann für Käufe ab dem 21. Juli 2013 weggefallen. Haben Sie die Anteile vor 2013 erworben, müssen Sie nur die zwölfmonatige Kündigungsfrist beachten für Beträge, die über den Freibetrag von 30 000 Euro pro Kalenderhalbjahr hinausgehen.

Soll ich trotz der Mindesthaltedauer und der Kündigungsfrist noch offene Immobilienfonds kaufen?
Ja, das ist weiterhin sinnvoll, mit einem Anteil von bis zu etwa 20 Prozent der langfristigen Anlagen. Denn offene Immobilienfonds sind als Sachwertanlage ein wichtiger Baustein für einen ausgewogenen Anlagemix.

Der Dax steht nach 2000 und 2007 nun das dritte Mal über 8000 - soll ich jetzt noch Aktien kaufen?
Eines vorweg: Aktien gehören grundsätzlich mit einem bestimmten Anteil in jedes gut strukturierte Vermögen. Fundamental sind Aktien heute billiger als 2007 und als 2000 - weil die Unternehmen heute deutlich mehr verdienen als damals. Zudem sind die Zinsen heute niedriger als 2007 und 2000. Wenn Sie also wie wir der Meinung sind, dass die Weltwirtschaft weiter wächst, können Sie auch - mit einem bestimmten Anteil des Vermögens - Aktien kaufen.

Welche Aktien soll ich bevorzugt kaufen?
Besonders interessant sind Aktien von großen, international führenden Unternehmen, die eine starke Marktstellung haben und die eine nachhaltige, attraktive Dividendenpolitik betreiben. Im Dax und Stoxx50 gibt es beispielsweise eine Reihe von Unternehmen, die eine Dividendenrendite von drei bis vier Prozent und mehr aufweisen. Wichtig: Auch hier breit streuen, also nicht ein oder zwei Unternehmen aussuchen, sondern acht bis zehn oder zwölf Aktien verschiedener Branchen. Ist der Anlagebetrag dafür zu klein, sollte man einen entsprechenden Aktienfonds nehmen, der breit streut.

Der Goldpreis ist von 2000 auf 1300 Dollar gefallen. Soll ich jetzt kaufen?

Gold ist keine klassische Anlage, Gold ist eine Versicherung gegen Wirtschafts- und Währungs crashs. Wenn Sie so etwas erwarten, dann kaufen Sie. Wenn Sie ein Wachsen der Weltwirtschaft erwarten, sollten Sie Ihren Anlagen breiter gestreute Rohstoffanlagen beimischen. Dazu gehören neben Edelmetallen auch Buntmetalle und energetische Rohstoffe.

Was halten Sie von Schwellenländeranlagen?
Langfristig ist das als Beimischung mit einem kleinen Teil des Vermögens in Ordnung. Sie müssen aber mit stärkeren Wertschwankungen rechnen.