Im Frühjahr geht es laut dem Landesbetrieb Straßenwesen mit den Bauarbeiten bis zur Pößnitzbrücke weiter. Die einst ebenfalls für 2012 geplante Deckensanierung des restlichen langen Abschnittes bis zum Ortsausgang in Richtung Senftenberg wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Vollsperrung in Schwarzheide Ost, an die sich zum Schluss kaum noch ein Ortskundiger gehalten hatte, hat einem Ehepaar die Existenz als Gaststättenbetreiber gekostet.

Ein harter finanzieller Schlag war das Abriegeln des Transitverkehrs für Sören Ziegler, Pächter der Star-Tankstelle. Mit dem Baustart brach der Kundenstrom ein und das Geschäft zusammen. „Ich musste zwei Mitarbeiterinnen entlassen“, bedauert der 37-jährige Lausitzer. Eine dritte Beschäftigte konnte er in seiner zweiten Tankstelle in Großräschen beschäftigen. Mittlerweile sind in Schwarzheide wieder drei Frauen beschäftigt.

Schlimm für Ziegler war, dass er erst Mitte April als Pächter einstieg und erst kurz vorher von der Vollsperrung erfahren habe. „Ohne den Gesellschafter Orlen GmbH wäre ich heute nicht hier“, sagt er. Um das Geschäft wieder anzukurbeln, hat er im Vorfeld 5000 Flyer verteilen lassen.

Bei Gunter Gröbe, Anlieger des neuen Teils der Ortsdurchfahrt, mischt sich die Freude über die neue Straße, einschließlich des breiten Fußweges, mit der Angst vor der anrollenden Lkw-Lawine. In Sachsen und Südbrandenburg würden die Bundesstraßen mit den Ortsumfahrungen so gut ausgebaut, dass noch mehr Mautflüchtlinge durch das Nadelöhr Schwarzheide fahren werden.

Für den Schwarzheider ist das Mautsystem falsch aufgebaut. Je hochrangiger die Straße, angefangen bei der Autobahn, desto niedriger sollte die Maut sein, um niederrangige Straßen mit deren Anwohnern zu entlasten.

Für Gunter Gröbe bleibt es dabei, dass die steigende Verkehrsbelastung in Schwarzheide Ost unter den aktuellen Mautbedingungen nur durch eine Ortsumfahrung umgelenkt werden kann.