In dem Fall zog ein Mieter vor dem Ende des Mietverhältnisses aus und bot dem Vermieter an, die Wohnung vorfristig zurückzugeben. Der lehnte das ab. Daraufhin warf der Mieter die Wohnungsschlüssel in den zur Wohnung gehörenden Briefkasten. Die offizielle Wohnungsübergabe fand nach dem Ende des Mietverhältnisses statt.

Als der Vermieter Schadenersatzansprüche geltend machte, verweigerte der Mieter die Zahlung: Die Forderungen seien verjährt, weil mehr als sechs Monate seit Auszug aus der Wohnung vergangen waren.

Das sieht der BGH anders. Die Verjährung der Ersatzansprüche wegen Veränderungen oder Verschlechterungen der Mietsache beginnt erst zu dem Zeitpunkt, an dem der Vermieter die Sache zurückerhält. Die Rückgabe setzt grundsätzlich eine Änderung der Besitzverhältnisse zugunsten des Vermieters voraus. Er wird erst durch die unmittelbare Sachherrschaft in die Lage versetzt, sich ungestört ein umfassendes Bild von etwaigen Schäden zu machen (Az.: VIII ZR 8/11).