Eine verheerende Gasexplosion hat in Ludwigshafen am Rhein einen Bauarbeiter in den Tod gerissen und vier Kollegen von ihm schwer verletzt. Ein Wohnhaus in der Nähe des Unglücksortes geriet in Brand, zahlreiche weitere Gebäude wurden beschädigt, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt wurden bei dem Unglück am Donnerstag laut Polizei elf Menschen verletzt. Ursache der Detonation sei weiterhin unklar, teilte die Polizei weiter mit. Beim Freilegen einer Hochdruckgasleitung in dem Gebiet war es nach Angaben der Gas-Transportgesellschaft Gascade zu einem Unfall gekommen.

Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass noch in rund 100 Meter Entfernung Scheiben von Häusern und geparkten Autos platzten. Mehrere Fahrzeuge brannten völlig aus. Erst nach zweieinhalb Stunden hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. Dass es nicht schlimmer gekommen ist, wirkt angesichts der Schäden in der Umgebung fast wie ein Wunder. An einer Häuserreihe in der Nähe fegte die Druckwelle Ziegel hinweg, Bäume blieben als verkohlte Stümpfe zurück. Die ungeheure Hitze ließ an Autos, die auf einem rund 150 Meter von der Explosion entfernten Parkplatz abgestellt waren, die Kunststoffteile schmelzen.

Der Tote konnte wegen der großen Hitzeentwicklung auch mehrere Stunden nach der Detonation nicht geborgen werden. Die Polizei riegelte das Gebiet in einem Umkreis von 300 Metern ab.

Der Unglücksort im Stadtteil Oppau liegt in der Nähe eines Werksgeländes des Chemiekonzerns BASF. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Oppau war vor über 90 Jahren schon einmal der Ort eines schweren Unfalls: Am 21. September 1921 wurde dort das BASF-Zweigwerk durch zwei Explosionen fast vollständig zerstört. Nach Angaben des Landesarchivs in Koblenz kamen mehr 500 Menschen ums Leben, mehr als 1000 weitere wurden verletzt. Damals war ein Silo mit einem als völlig ungefährlich geltenden Stoff zur Düngemittelherstellung in die Luft geflogen.