Vielmehr sind in diesen Fällen die Nachzügler angehalten, Verkehrsstraßen so vorsichtig wie jeder andere Radfahrer auch zu überqueren. Für einen Unfall muss der Verein nach dem Richterspruch jedenfalls nicht haften (Az.: 6 U 80/13).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines Vereinsmitglieds ab. Der Kläger hatte an einer von dem Verein organisierten Radtour mit etwa 30 Personen teilgenommen. Als die Mehrzahl der Fahrer eine Landstraße überqueren musste, hatten die Organisatoren deren vorübergehende Sperrung veranlasst. Wegen einer Panne kam der Kläger jedoch erst an diese Stelle, als die Sperrung schon wieder aufgehoben war. Unglücklicherweise wurde er dann beim Überqueren der Straße in einen Unfall verwickelt.

Gleichwohl sah das OLG keine Haftungsgrundlage für den Verein. Dem Kläger hätte es sich geradezu aufdrängen müssen, dass er als Nachzügler nicht mehr mit den für die Gruppe getroffenen Vorsichtsmaßnahmen rechnen durfte. Er hätte daher aufmerksamer fahren müssen.