Der Landkreis bekennt sich jedoch wie bisher auf der Grundlage des jeweils zu beschließenden Haushaltsplanes zu einer finanziellen Zuwendung in Höhe von 55 000 Euro im Jahr. Das Geld ist bislang an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft gezahlt worden und soll nun direkt an den Tourismusverband weitergereicht werden. Damit sollen „regionale Managementstrukturen“ gesichert werden.

Nicht berührt von der Veränderung ist der Beitrag des Landkreises für seine Mitgliedschaft im Tourismusverein, der weiter 35 000 Euro im Jahr betragen wird. Die Gesellschafterversammlung der RWFG hat bereits beschlossen, das Beschäftigungsverhältnis der Mitarbeiterin Tourismus zum Tourismusverband überzuleiten. In Personalunion handelt es sich um die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Anke Richter. Unter der Voraussetzung, dass auch im Vorstand des Tourismusverbandes Einvernehmen mit diesem Vorgehen erzielt wird, erfolgt eine vertragliche Regelung. Anke Richter geht davon aus, dass sich für sie „rein arbeitstechnisch nichts ändern wird“.

Besondere Synergieeffekte seien aus der Anstellung der Tourismusgeschäftsführerin bei der RWFG nicht erwachsen, heißt es in der Begründung der Umstrukturierung. Ziel des Tourismusverbandes bleibt es, den Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Region zu sichern und auszubauen. Die Aktivitäten des Verbandes orientieren sich an einer geschlossenen Vermarktung des gesamten Reisegebietes unter einheitlichem Logo. Herausgehobene Marketingthemen sind „Rad“ und „Industriekultur“.

Entwicklungsziel des Landkreises ist die „Förderung einer integrierten Tourismusentwicklung und koordinierten strategischen Vermarktung“ der Potenziale der Region. Das wird in der Beschlussvorlage für den Kreistag am 28. November unterstrichen. Sowohl im Ausschuss für Kreisentwicklung als auch im Kreisausschuss fand diese Vorlage einhellige Zustimmung.

So lange jedoch bei Weitem nicht alle Städte, Ämter und Gemeinden Mitglied im Tourismusverband sind, bleibt die geschlossene Vermarktung des gesamten Reisegebietes für Geschäftsführerin Anke Richter eine zweispältige Angelegenheit. Sie sieht sich natürlich vor allem gegenüber den Mitgliedern des Verbandes in der Pflicht. Selbst die Kreisstadt Herzberg gehört noch immer nicht dazu.

Mit dem Auslaufen einer Kommunal-Kombi-Stelle beim Verband sei es diesem aus eigener Kraft gerade so möglich gewesen, die eingearbeitete Mitarbeiterin für 22 Stunden im Monat auf 165-Euro-Basis zu übernehmen. Mit einem 40-Stunden-Vertrag ist bislang nur eine Kollegin direkt beim Tourismusverband angestellt. Eine geschlossene Vermarktung des gesamten Reisegebietes schreit förmlich danach, dass alle, die davon profitieren möchten, auch mit ins Boot der Akteure steigen.